Winter der Toten: Die lange Nacht — Rezension

Das Spiel Win­ter der Toten stand schon sehr lan­ge auf mei­ner Wunsch­lis­te, doch lei­der war es zu die­sem Zeit­punkt auf deutsch nicht mehr zu bekom­men und auf eng­lisch woll­te ich es nicht unbe­dingt haben.

Auf dem Spiel­zug im Sep­tem­ber 2015 erspäh­te ich es dann, ich konn­te es selbst kaum glau­ben, auf dem Stand vom Fan­ta­sy-In und das noch auf deutsch. Ich freu­te mich rie­sig und lies mir die Gele­gen­heit natür­lich nicht ent­ge­hen, es dann auch noch zu einem güns­ti­gen Mes­se — Preis zu erwer­ben. So fand das Spiel nun auch den Weg in unse­re Spie­le­samm­lung und soll­te schon ziem­lich bald aus­pro­biert wer­den, wovon ich jetzt hier ger­ne berich­ten wür­de.

Infobox — Winter der Toten: Ein Spiel mit dem Schicksal

Winter der Toten: Ein Spiel mit dem Schicksal - Cover
2–5
ab 14
45–210

Autor Jona­than Gil­mour, Isaac Vega
Gra­fi­ker Gunship Revo­lu­ti­on, Joshua Pane­lo, David Richards, Fer­nan­da Sua­rez, Peter Wocken, …
Ver­lag Hei­del­ber­ger Spie­le­ver­lag, Plaid Hat Games
Jahr 2014
The­ma Bluf­fen, Hor­ror, Zom­bies
Mecha­ni­ken Action Point Allo­wan­ce Sys­tem, Area Move­ment, Koope­ra­ti­ves Spiel, Wür­fel, Kar­ten­hand ver­wal­ten, Sto­ry­tel­ling, Han­del, Varia­ble Play­er Powers, Abstim­mung

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Spielprinzip/Idee

Win­ter der Toten ist ein semi — koope­ra­ti­ves Hor­ror — Sur­vi­val Game. Die Spie­ler müs­sen in einer von Zom­bies über­rann­ten, post — apo­ka­lyp­ti­schen Welt, einen har­ten Win­ter über­ste­hen.  In einer von Über­le­ben­den gegrün­de­ten Kolo­nie müs­sen sie dem Hun­ger trot­zen und sich gegen die her­an­stür­men­den Zom­bies erweh­ren. Doch sind die Spie­ler nicht immer auf das All­ge­mein­wohl aus, son­dern ver­fol­gen auch ihre ganz eige­nen Zie­le, wel­che nicht immer mit dem Ziel der Ande­ren über­ein­stim­men. So kommt es unwei­ger­lich zu Kon­flik­ten unter den Über­le­ben­den, die sogar eine Ver­ban­nung aus der Kolo­nie nach sich zie­hen, wenn jemand als Ver­rä­ter bezich­tigt wird. Doch allei­ne kann man in die­ser unwirk­li­chen Welt kaum über­le­ben. Wer­den wir es wie­der ein­mal schaf­fen, den Win­ter zu über­ste­hen, genug Nah­rung gesam­melt zu haben und die Zom­bies in Schach zu hal­ten? Oder sinkt unse­re Moral auf den Tief­punkt, erge­ben uns unse­rem Schick­sal und wer­den von den Hor­den über­rannt?

Spielanleitung:

Rein optisch ist die Anlei­tung sehr anspre­chend. Lei­der hapert es dann im Inhalt doch an eini­gen Stel­len, die teils etwas unge­wöhn­lich for­mu­liert sind oder etwas über­flüs­sig sind. So wird bei­spiels­wei­se erwähnt, das man unbe­dingt einen Grup­pen­an­füh­rer für sei­ne Über­le­ben­den bestim­men muß. Was es aller­dings damit auf sich hat und wozu es dient, wird nir­gends erklärt. Zumin­dest in unse­ren Spie­lerun­den hat­te das bis­her auch noch kei­ner­lei Bedeu­tung.

Winter der Toten - Spielplan
Win­ter der Toten — Spiel­plan

Spielmaterial:

Nun ja, ich will es mal so for­mu­lie­ren. Es ist sehr viel Spiel­ma­te­ri­al vor­han­den, aber die Qua­li­tät ist lei­der nicht so gut. Das klei­ne Spiel­brett an sich ist aus dickem Kar­ton, die Orts­kar­ten aber lei­der aus sehr dün­ner Pap­pe, die sich auch nach eini­ger Zeit begin­nen zu wel­len. Das ist sehr scha­de, da wur­de am fal­schen Ende gespart.

Die zahl­reich vor­han­de­nen Spiel­kar­ten sind aber von rela­tiv guter Qua­li­tät, wir haben sie aber vor­sichts­hal­ber alle ges­lee­ved, da man sie doch auch rela­tiv oft in den Hän­den hält. Die Tex­te auf den Schick­sals­kar­ten sind übri­gens sehr stim­mungs­voll geschrie­ben und super atmo­sphä­risch. Auch die ande­ren Kar­ten sind von der Sym­bo­lik her gut zu erken­nen und schön illus­triert. Nur die Tex­te auf den Ziel­kar­ten sind teil­wei­se etwas schwam­mig über­setzt, es gibt aber schon ein FAQ zum aus­dru­cken (Fin­det Ihr hier: Hei­del­ber­ger Spie­le­ver­lag).

Scha­de ist auch, das die zahl­reich vor­han­de­nen Zom­bies und Cha­rak­te­re kei­ne rich­ti­gen Minia­tu­ren bekom­men haben, es sind nur Papp­mar­ker, die auf einen Plas­tik­fuß gestellt wer­den. Die Zom­bies sind lei­der auch nicht sehr abwechs­lungs­reich gestal­tet wor­den und sehen alle wirk­lich ziem­lich gleich aus, wohin­ge­gen die Cha­rak­te­re gut zu unter­schei­den sind und zu ihrer Cha­rak­ter­kar­te pas­sen.

Die übri­gen Papp­mar­ker für Bar­ri­ka­den, Nah­rung etc. sind aus sta­bi­lem, dickem Kar­ton, wo es nichts gegen aus­zu­set­zen gibt.

Spielablauf:

Zu Beginn kommt der Kolo­nie­spiel­plan in die Mit­te des Tisches, die 6 Orts­kar­ten wer­den drum­her­um ver­teilt und die ent­spre­chen­den Such­kar­ten auf die dazu­ge­hö­ri­gen Orte gelegt.

Winter der Toten - Spielertableau
Win­ter der Toten — Spie­ler­t­a­bleau

Jeder Spie­ler bekommt eine Spiel­über­sicht, auf der die mög­li­chen Aktio­nen erklärt sind, und die gleich­zei­tig als Abla­ge für die Wür­fel und Über­le­ben­den­kar­ten die­nen. Nun bekommt jeder Spie­ler ein gehei­mes Ziel zuge­teilt, wel­ches er erfül­len muss, es kann auch eine Ver­rä­ter­kar­te sein. Nun bekommt man 4 Über­le­ben­den­kar­ten zuge­teilt und sucht sich davon 2 aus.  Einen sei­ner Über­le­ben­den wählt der Spie­ler als Anfüh­rer und legt ihn an das ent­spre­chen­de Feld auf sei­ner Spie­ler­über­sicht, die dazu­ge­hö­ri­gen Spiel­fi­gu­ren wer­den in der Kolo­nie pos­tiert.  Anfangs bekommt man je Spiel­fi­gur einen Wür­fel + 1, das heißt anfangs besitzt man 3 Akti­ons­wür­fel, was wäh­rend des Spie­les vari­ie­ren kann.

Ein “Gemein­sa­mes Ziel” wird gezo­gen und auf den Spiel­plan gelegt. Dort fin­det man den Auf­ga­ben­text und wie­vie­le Run­den man für das Errei­chen des Zie­les zur Ver­fü­gung hat.

Jede Cha­rak­ter­kar­te der Über­le­ben­den zeigt 3 ver­schie­de­ne Wer­te an. Den “Ein­fluss­wert”, den “Kampf­wert” und den “Durch­su­chungs­wert”.  Die bei­den letz­ten Attri­bu­te zei­gen an, wie gut der Cha­rak­ter beim “Kampf” und beim “Durch­su­chen” ist, je nied­ri­ger hier die Zahl, des­to ein­fa­cher zu schaf­fen, da der Wert anzeigt, ab wel­cher Zahl der Wür­fel­wurf erfolg­reich ist. Die Wahr­schein­lich­keit bei einer 2 ist da natür­lich höher, als bei einer 5, da der Cha­rak­ter dann nur bei einer 5 oder 6 erfolg­reich ist. Der “Ein­fluss­wert” zeigt an, wie hoch der Cha­rak­ter in der Kolo­nie geschätzt wird, bzw. wie gut er inte­griert ist.

Jeder Cha­rak­ter besitzt noch eine Son­der­fä­hig­keit, wel­che auf der Kar­te in Form eines Tex­tes beschrie­ben steht, und wie sie ein­ge­setzt wer­den kann.

Winter der Toten - Krise
Win­ter der Toten — Kri­se

Die “Such­kar­ten” an den 6 ver­schie­de­nen Stand­or­ten kön­nen ent­we­der Nah­rung, Waf­fe, Ben­zin, Medi­ka­men­te, Bil­dungs­kar­ten oder neue Über­le­ben­de  ent­hal­ten. Sie zei­gen jeweils das Objekt und einen klei­nen Text, was man mit dem Gefun­de­nen machen kann.

Am Anfang jeder Run­de wird noch vom Start­spie­ler eine “Kri­sen­kar­te” auf­ge­deckt.  Dort ist meist eine Vor­ga­be ent­hal­ten, die am Ende der Run­de erfüllt sein soll­te, da sonst eine nega­ti­ve Kon­se­quenz droht, die meist die Moral senkt. Es müs­sen meist eine bestimm­te Anzahl an Gegen­stän­den gesam­melt wer­den, um die Kri­se abzu­wen­den. Tut man dies beson­ders gut, das heißt sam­melt man extrem vie­le die­ser Gegen­stän­de, steigt die Moral um 1.

Winter der Toten - Schicksalskarte
Win­ter der Toten — Schick­sals­kar­te

Zusätz­lich wird vor Beginn des Zuges eines Spie­lers noch eine “Schick­sals­kar­te” gezo­gen, die ein Mit­spie­ler sich lei­se durch­liest. Die­se kommt dann zum Tra­gen, wenn im Lau­fe des Zuges die dort beschrie­be­ne Bedin­gung ein­tritt.  Nun nimmt das “Schick­sal” sei­nen Lauf, und der Text der Kar­te wird laut vor­ge­le­sen. Oft­mals kann sich der Spie­ler zwi­schen ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten ent­schei­den, die natür­lich auch Kon­se­quen­zen haben und meist die gesam­te Grup­pe bzw. Kolo­nie betref­fen.

Nach­dem am Anfang einer Run­de eine neue Kri­sen­kar­te auf­ge­deckt wur­de, wür­felt jeder Spie­ler sei­ne Wür­fel und legt sie auf das Feld “unbe­nutz­te Wür­fel”.

Nun kann der Spie­ler fol­gen­de Aktio­nen durch­füh­ren:

  • Durch­su­chen:  Der Spie­ler kann mit einem sei­ner Cha­rak­te­re, den Stand­ort an dem er sich gera­de befin­det, außer der Kolo­nie, durch­su­chen. Dazu ver­wen­det er einen sei­ner Wür­fel, der sei­nem Durch­su­chungs­wert ent­spricht.  Nun kann er die obers­te Kar­te des Such­kar­ten­sta­pels zie­hen und ent­schei­den, ob er die­se behal­ten möch­te oder nicht. Möch­te er noch mehr Kar­ten zie­hen, da die gera­de gezo­ge­ne äußerst unprak­tisch ist,  muss er einen Geräusch­mar­ker, auf eines der noch frei­en Fel­der legen, denn gro­ßes Her­um­ge­su­che, ver­ur­sacht natür­lich Lärm.  Die Geräusch­mar­ker locken in der Kolo­nie­pha­se evtl. neue Zom­bies an. Hat der Spie­ler nun genug Kar­ten gezo­gen, ent­schei­det er sich für eine,  und legt die ande­ren zurück unter den Sta­pel. Anstatt “Geräusch­voll” wei­ter zu suchen, kann er sich natür­lich auch ent­schei­den, mit Ein­satz eines wei­te­ren Wür­fels, “nor­mal” zu suchen.
  • Kämp­fen: Der Spie­ler kann einen Zom­bie oder Mit­spie­ler­cha­rak­ter angrei­fen, wenn er sich am sel­ben Ort auf­hält. Dafür muss er, wie schon beim “Durch­su­chen” einen Wür­fel ver­wen­den, der sei­nem “Kampf­wert” ent­spricht.  Fin­det der Angriff gegen einen Zom­bie statt, ist die­ser augen­blick­lich tot und wird von dem Ort ent­fernt.  Das Pro­blem ist es hier auch nicht, sie zu erle­di­gen, son­dern der Anzahl Herr zu wer­den und auch mit jedem toten Zom­bie den “Infek­ti­ons­wür­fel” zu wer­fen.

Der rote 12- sei­ti­ge “Infek­ti­ons­wür­fel” hat es dabei in sich und kann dabei fol­gen­den Sym­bo­le zei­gen:

  • lee­re Sei­te: Glück gehabt, nichts pas­siert.
  • Wun­den — Sym­bol: Der Über­le­ben­de hat wäh­rend des Kamp­fes eine Wun­de erlit­ten, und bekommt einen Wun­den­mar­ker auf sei­nen Cha­rak­ter.
  • Frost — Sym­bol: Da es in die­sem Spiel, wie schon der Name des Spie­les ver­rät, um einen Über­le­bens­kampf in einem har­ten und kal­ten Win­ter geht, kann der Über­le­ben­de wäh­rend des Kamp­fes eine Erfrie­rung erlei­den.  Der Über­le­ben­de erhält eine dem­entspre­chen­de Mar­ke auf sei­ne Cha­rak­ter­kar­te. Das gemei­ne bei einer Erfrie­rung ist aber, das sie die nach­fol­gen­den Run­den zusätz­lich jeweils eine “nor­ma­le” Wun­de ver­ur­sacht, das heißt, wird der Über­le­ben­de nicht schnell geheilt, ist er ziem­lich schnell tot.
  • Das ulti­ma­tiv blö­des­te Sym­bol, wel­ches gewür­felt wer­den kann, ist aber der Zahn, das soge­nann­te “Biss — Sym­bol”. Der Über­le­ben­de wur­de wäh­rend sei­nes Kamp­fes gebis­sen und stirbt augen­blick­lich, man kann lei­der über­haupt nichts dage­gen unter­neh­men.  Doch wäre das nicht schon schlimm genug, ver­brei­tet sich die Infek­ti­on auch noch umge­hend. Das bedeu­tet, soll­ten sich meh­re­re Über­le­ben­de auf dem Feld des “Gebis­se­nen” befin­den, wird der mit dem nied­rigs­ten “Ein­fluss­wert” infi­ziert. Der Spie­ler, der die­sen Über­le­ben­den kon­trol­liert kann nun ent­schei­den, den Über­le­ben­den zu töten, um eine wei­te­re Ver­brei­tung der Infek­ti­on zu ver­hin­dern,  oder er ent­schei­det sich todes­mu­tig den “Infek­ti­ons — Wür­fel” erneut zu wür­feln und allein nur bei der lee­ren Sei­te, wird die Infek­ti­on gestoppt. Bei jedem ande­ren Sym­bol, stirbt der Über­le­ben­de und die Infek­ti­on brei­tet sich wei­ter aus, soll­ten sich noch Über­le­ben­de an dem Stand­ort befin­den. Das Ster­ben von Über­le­ben­den ist umso bit­te­rer, da jedes Mal die Moral um 1 sinkt.

Ent­schei­det man sich, einen ande­ren Über­le­ben­den anzu­grei­fen, wirft man den für die Akti­on aus­ge­ge­be­nen Akti­ons­wür­fel. Ist das Ergeb­nis gleich oder nied­ri­ger dem Angriffs­wert des gewähl­ten Über­le­ben­den, erlei­det die­ser eine Wun­de. Zudem zieht der angrei­fen­de Spie­ler eine Hand­kar­te des ange­grif­fe­nen Über­le­ben­den. Der Infek­ti­ons­wür­fel wird hier nicht benö­tigt.

Winter der Toten - Charaktere
Win­ter der Toten — Cha­rak­te­re

Hat ein Über­le­ben­der 3 Wun­den erlit­ten stirbt er und die Moral sinkt um 1, bei 0 ist das Spiel ver­lo­ren.  Kar­ten mit Medi­ka­men­ten kön­nen Wun­den hei­len.

Soll­te ein Spie­ler sei­nen letz­ten Über­le­ben­den ver­lie­ren muss er alle Hand­kar­ten abwer­fen, bekommt aber einen neu­en Über­le­ben­den vom Sta­pel hin­zu.

  • Der Spie­ler kann die Son­der­fä­hig­keit sei­ner Über­le­ben­den nut­zen. Sind dort Zah­len in Klam­mern ange­ge­ben, sind hier auch Wür­fel für zu ver­wen­den.
  • Die Über­le­ben­den kön­nen sich “Ver­bar­ri­ka­die­ren”. Dies ist sehr prak­tisch um nicht “über­rannt” zu wer­den. Ein Bar­ri­ka­den­mar­ker wird auf ein frei­es Feld an einem belie­bi­gen Stand­ort (auch in der Kolo­nie) gelegt. Soll­te dort spä­ter ein Zom­bie erschei­nen und es gibt für ihn kei­nen wei­te­ren frei­en Platz, wird die­ser nicht plat­ziert son­dern wan­dert mit­samt der Bar­ri­ka­de zurück in den Vor­rat. Hier­für kann ein Wür­fel mit einer belie­bi­gen Augen­zahl abge­ge­ben wer­den.
  • Natür­lich ent­steht in der Kolo­nie auch Abfall. Wird die­ser nicht recht­zei­tig ent­sorgt, sinkt die Moral um 1, was es tun­lichst zu ver­mei­den gilt. Hier­für wird ein Wür­fel mit belie­bi­ger Augen­zahl abge­ge­ben und 3 Kar­ten vom “Müll­kar­ten­sta­pel” ent­fernt. Die­se Akti­on kann nur in der Kolo­nie durch­ge­führt wer­den.
  • Der Über­le­ben­de kann auch mit der Abga­be eines Wür­fels sei­ner Wahl Zom­bies zu sich locken. Bis zu 2 Zom­bies wer­den dann an den Stand­ort des gewähl­ten über­le­ben­den posi­tio­niert.
  • Der Spie­ler kann belie­big vie­le Kar­ten von der Hand aus­spie­len, dies kos­tet kei­ne Wür­fel.  Wich­tig ist, das die aus­ge­spiel­ten ver­wen­de­ten Kar­ten auf dem Müll­sta­pel lan­den, den man im Auge behal­ten soll­te.  Aus­nah­me sind hier Ereig­nis­kar­ten, sie kom­men aus dem Spiel und Aus­rüs­tungs­kar­ten wer­den Über­le­ben­den zuge­ord­net.

Die Abga­be von Ben­zin­kar­ten ermög­licht es, ein­ma­lig das Wer­fen des Infek­ti­ons­wür­fels zu ver­hin­dern.

Winter der Toten - Spielplan
Win­ter der Toten — Spiel­plan

Es ist z.B. enorm wich­tig, die Nah­rung im Auge zu behal­ten, denn in der Kolo­nie­pha­se muss für jeweils 2 Über­le­ben­de eine Nah­rung abge­ge­ben wer­den, auch die hilf­lo­sen Über­le­ben­den haben Hun­ger.

  • Des­wei­te­ren kann man man auch Kar­ten zur aktu­el­len Kri­se bei­steu­ern und ver­deckt auf den dafür vor­ge­se­he­nen Sta­pel legen. Ver­deckt des­we­gen, damit nie­mand sieht, wel­che Kar­te der Spie­ler besteu­ert, da ein Ver­rä­ter meist kein Inter­es­se dar­an hat, die Kri­sen abzu­wen­den und viel­leicht zwar Kar­ten ablegt, aber kei­ne, die hel­fen. Vor dem Auf­de­cken wer­den die­se natür­lich noch ein­mal gemischt.
  • Über­le­ben­de kön­nen ein­mal pro Zug ohne Abga­be eines Akti­ons­wür­fels bewegt wer­den, müs­sen aber den Infek­ti­ons — Wür­fel wer­fen.
  • Mit der Abga­be einer Nah­rungs­mar­kers kann ein belie­bi­ger Akti­ons­wür­fel um 1 nach oben kor­ri­giert wer­den.
  • Mit­spie­ler kön­nen um “Kar­ten bit­ten”.  Soll­ten die­se bereit sein, sie abzu­ge­ben, wer­den sie offen wei­ter­ge­ge­ben, auch hier­für wird kein Wür­fel benö­tigt.
  • Es kann auch über eine “Ver­ban­nung” abge­stimmt wer­den. Ein Spie­ler kann einen ande­ren beschul­di­gen ein Ver­rä­ter zu sein, es wird dar­über abge­stimmt.

Wird ein Spie­ler ver­bannt, muss er eine gehei­me Ziel­kar­te für Ver­bann­te zie­hen und ver­folgt nun sei­ne ganz eige­nen Zie­le.  Er setzt alle sei­ne Über­le­ben­den aus der Kolo­nie, soll­ten sich dort noch wel­che befin­den, und setzt sie auf belie­bi­ge Stand­or­te. Von nun an gel­ten für die­sen Spie­ler etwas ande­re Regeln.

Winter der Toten - Kolonie
Win­ter der Toten — Kolo­nie

Haben alle Spie­ler ihre Züge been­det folgt die Kolo­nie­pha­se:

  • Wie oben schon erwähnt, wird nun geprüft ob genü­gend Nah­rung vor­han­den ist. Soll­te dies nicht der Fall sein, bekommt man Hun­ger­mar­ker. Pro Mar­ker sinkt die Moral um 1.
  • Der Müll­sta­pel wird über­prüft. Für je 10 Kar­ten sinkt die Moral um 1.
  • Anschlie­ßend wird die Kri­se abge­han­delt. Die bei­ge­steu­er­ten Kar­ten wer­den nun auf­ge­deckt und geschaut ob die Kri­se abge­wen­det wur­de oder nicht.  Wird die Vor­ga­be an Kar­ten um 2 über­schrit­ten steigt die Moral um 1, soll­te die Vor­ga­be nicht erfüllt sein, sinkt sie um 1.
  • Nun wer­den neue Zom­bies ins Spiel gebracht.  Pro 2 Über­le­ben­de (auch Hilf­lo­se) in der Kolo­nie kommt 1 neu­er Zom­bie; an alle ande­ren Stand­or­te wird pro Über­le­ben­dem dort ein Zom­bie ins Spiel gebracht. Zusätz­lich wird für jeden evtl. vor­han­de­nen Geräusch­mar­ker gewür­felt und jedes Ergeb­nis klei­ner als 3 bringt eben­falls einen neu­en Zom­bie.
  • Das Gemein­sa­me Ziel wird über­prüft. Ist es geschafft endet das Spiel sofort.

Der Run­den­mar­ker wird eine Run­de wei­ter gezo­gen, der Start­spie­ler wan­dert und es beginnt von vor­ne.

Spielende:

Am Ende jeder Kolo­nie­pha­se wird über­prüft ob das gemein­sa­me Ziel erreicht wur­de, ist dies der Fall endet das Spiel sofort. Zusätz­lich müs­sen die Spie­ler ihre gehei­men Zie­le noch erreicht haben, ist dies der Fall haben die­se Spie­ler gewon­nen, alle ande­ren ver­lo­ren. Das Spiel endet auch, wenn der Run­den­zei­ger auf 0 ist und das gemein­sa­me Ziel nicht erreicht wur­de und es endet sofort, wenn die Moral auf 0 gesun­ken ist.

Winter der Toten - Standort
Win­ter der Toten — Stand­ort

Fazit:

Win­ter der Toten ist ein super genia­les, atmo­sphä­ri­sches Spiel, wel­ches durch die immer wie­der neu­en Ereig­nis­se sehr span­nend bleibt.  Es spielt sich anders, als so manch ande­res Sur­vi­val-Hor­ror Spiel, wo die Apo­ka­lyp­se viel­leicht noch zu ver­hin­dern ist. Hier ist sie schon da und es zählt nur das nack­te Über­le­ben. Im gro­ßen und Gan­zen spielt zwar jeder mit sei­ner Grup­pe Über­le­ben­der für sich, den­noch ent­wi­ckelt sich gera­de durch die klei­nen Geschich­ten (Schick­sals­kar­ten) eine dich­te Atmo­sphä­re und ein sehr star­ker koope­ra­ti­ver Wir — Gedan­ke.

Die schön geschrie­be­nen Schick­sals- und Gemein­sa­mes Ziel Kar­ten tra­gen unge­mein zur Stim­mung bei, wel­che teil­wei­se sehr düs­ter ist. Man­che Kar­ten sind sogar als the­ma­tisch beson­ders fies mar­kiert, so das man sie weg­las­sen kann. Immer wie­der wird man vor Ent­schei­dun­gen gestellt, die für die gan­ze Grup­pe Kon­se­quen­zen hat und manch­mal fühlt man sich echt schlecht, wenn man eine unmo­ra­li­sche Ent­schei­dung trifft, sich lie­ber sel­ber ret­tet, anstatt den Leu­ten zu hel­fen.  Es ist teil­wei­se echt beklem­mend wenn man ums Über­le­ben kämpft.

Sehr gut gelun­gen ist das Ver­fol­gen des gemein­sa­men Zie­les und der gehei­men eige­nen Zie­le, denn hier kann man sich teil­wei­se auch ganz schön ver­ren­nen. Das gemein­sa­me Ziel ist bald erreicht, aber sel­ber brau­che ich noch eini­ge Zeit um mein eige­nes Ziel zu errei­chen. Hal­te ich mich nun etwas zurück, um die Erfül­lung des gemein­sa­men Zie­les etwas her­aus­zu­zö­gern, mache mich aber dadurch evtl. ver­däch­tig und wer­de gar ver­bannt? Auch das man in Grun­de genom­men kei­nem trau­en kann und man immer alle Aktio­nen der Mit­spie­ler im Auge behal­ten soll­te, machen Win­ter der Toten für mich zu einem genia­len Spiel. Ewig ist man zwi­schen Ent­schei­dun­gen hin- und her­ge­ris­sen, weiß nie genau, was einen als nächs­tes erwar­tet.

Die Regeln wir­ken zwar sehr kom­plex, aber nach 1–2 Run­den soll­te einer flüs­si­gen Par­tie Win­ter der Toten nichts mehr im Wege ste­hen.  Auch die Lang­zeit­mo­ti­va­ti­on ist hier mehr als gege­ben, durch die ver­schie­de­nen Kar­ten und die Zusam­men­set­zung der Grup­pen ver­läuft jede Par­tie anders und man kann sich auf kei­ne Stra­te­gie ein­stel­len, die immer zum Erfolg führt. Es ist natür­lich durch neue Cha­rak­te­re und Sze­na­ri­en auch immer wie­der erwei­ter­bar, und ich bin sicher das es noch Erwei­te­run­gen geben wird, wenn ich mich nicht täu­sche soll die­ses Jahr zumin­dest schon eine eng­li­sche erschei­nen.

Gut fin­de ich auch, das man den Schwie­rig­keits­grad vari­ie­ren kann, es gibt eine Hard­core — Vari­an­te und auch eine pur koope­ra­ti­ve Vari­an­te ohne gehei­me Zie­le, was wir aber noch nicht aus­pro­biert haben.

Das The­ma ist auf jeden­fall her­vor­ra­gend umge­setzt und die Stim­mung in die­sem puren Über­le­bens­kampf in einem har­ten Win­ter, wird super ein­ge­fan­gen.