Berlin Con 2019 – Der Bericht: Tag 1

Auch in die­sem Jahr ging es für uns wie­der zur Ber­lin Con nach, wie es der Name schon erah­nen lässt, Ber­lin. Im Vor­feld hat­ten wir uns ein schö­nes Hotel in der Nähe gesucht und reser­viert. Ange­neh­mer Wei­se war für alle Mit­rei­sen­den dort auch noch Platz gewe­sen.

Unse­re Tickets erwar­ben wir schon im Vor­feld. Beim aktu­el­len Preis von 38€ für die gesam­te Ver­an­stal­tung (Frei­tag – Sonn­tag) muss­ten wir jedoch erst ein­mal schlu­cken. Aller­dings hat­ten wir, durch die soge­nann­te Badge, auch diver­se Vor­tei­le, die die Käu­fer nor­ma­ler Tages­ti­ckets nicht haben wür­den. So z.B. durf­ten wir über­haupt am Frei­tag schon zur Ver­an­stal­tung und uns die Eröff­nung, sowie die erst­ma­li­ge Ver­lei­hung der Ber­lin Con Awards anschau­en. Natür­lich durf­te man mit der Badge auch auf die exklu­si­ve “Game Night” am Frei­tag. Inter­es­san­ter für uns war der Umstand, das wir mit Badge am Sams­tag und Sonn­tag 30 Minu­ten eher auf das Gelän­de durf­ten – ein biss­chen Ruhe vor dem Sturm.

Je näher die Ver­an­stal­tung kam, des­to auf­ge­reg­ter wur­de es bei uns, denn wir woll­ten natür­lich auch Spie­le auf dem belieb­ten Ber­lin Con Floh­markt ver­kau­fen, das hat­te die letz­ten Male immer super und unkom­pli­ziert geklappt. Doch dafür muss­ten wir erst­mal Spie­le aus unse­rer Samm­lung aus­sor­tie­ren und mit Prei­sen ver­se­hen, bevor wir sie dann anmel­den konn­ten. Ich tue mich mit dem Aus­sor­tie­ren immer so wahn­sin­nig schwer, gebe den Spie­len auch nach ers­tem Miss­fal­len immer ger­ne noch­mal eine zwei­te Chan­ce.

Die­ses Mal hat­ten wir uns vor der Ber­lin Con eini­ge Male zum Spie­len noch zusätz­lich ver­ab­re­det, um noch eini­ge Wackel­kan­di­da­ten aus­zu­pro­bie­ren und somit auch mehr Aus­wahl zu schaf­fen. So sta­pel­ten sich nach eini­ger Zeit so an die 50 Spie­le bei uns, die wir nun gemein­sam müh­se­lig und nach lan­gen Über­le­gun­gen mit Prei­sen ver­sa­hen. Ins­ge­samt hat­ten wir spä­ter dann rund 90 Spie­le im Auto und auf dem Floh­markt (Oh mein Gott). Wir beka­men Num­mern jen­seits der 10.000 zuge­teilt, sodass also sage und schrei­be mehr als 10.000 Spie­le auf dem Floh­markt im Umlauf sein soll­ten. WAHNSINN!!!

Am Frei­tag, den 19. Juli mach­ten wir uns mit dem Manu­el so gegen 12 Uhr auf nach Ber­lin, ich durf­te net­ter­wei­se etwas frü­her von der Arbeit los. Mar­tin hat­te am Don­ners­tag das Auto schon mit etli­chen Klapp­kis­ten mit Spie­len gepackt, die Rück­bank war schon umge­klappt, aber es fehl­ten noch der Manu­el und sei­ne Kis­ten. Doch auch die­ses schaff­ten die bei­den Män­ner, man konn­te den Manu­el zwi­schen den Kis­ten hin­ten auf der Rück­bank von vor­ne teil­wei­se gar nicht sehen, also mehr wäre defi­ni­tiv nicht gegan­gen.

Die­ses Mal hat­te sich der Floh­markt ein wei­te­res Mal ver­bes­sert und die Spie­le digi­tal erfasst, alle die recht­zei­tig ihre Lis­te zum Ber­lin Con Floh­markt hoch­ge­la­den hat­ten, beka­men inner­halb weni­ger Tage per PDF Eti­ket­ten mit Bar­codes zurück­ge­schickt, auf denen die Ver­käu­fer­num­mer, die Spie­le­num­mer, der Spiel­na­me und der Preis zu sehen waren. Die­se ablös­ba­ren Eti­ket­ten konn­ten auf die Spie­le geklebt wer­den und bei der Abga­be der Spie­le ein­ge­scannt wer­den. Dies erleich­ter­te die enor­me logis­ti­sche Arbeit der Floh­markt­hel­fer noch­mal um eini­ges, auch das Scan­nen an den Kas­sen, erspar­te viel Zeit und so ging es dort auch viel schnel­ler vor­an.


Die Fahrt nach Ber­lin ver­lief erfreu­li­cher­wei­se sehe ruhig und wir kamen super durch. Als wir schon im Bun­des­land Ber­lin ange­kom­men waren, dau­er­te es von Span­dau aus noch ein­mal geschla­ge­ne 40 Minu­ten bis wir beim Hotel anka­men. Mei­ne Güte is das groß. Unser Navi hat­te sich net­ter­wei­se für die Sce­nic Rou­te ent­schie­den, sodass wir die kom­plet­te Stra­ße des 17. Juni lang­fuh­ren, an der Sie­ges­säu­le vor­bei und am Bran­den­bur­ger Tor rechts vor­bei, den Reichts­tag und diver­se Denk­mä­ler alle vom Auto aus zu sehen. Das war echt toll. Unser Hotel lag ja auch so zen­tral, sodass wir alles fuß­läu­fig hät­ten errei­chen kön­nen. Ein Park­platz direkt vorm Hotel war für ca 45 Minu­ten unser, wir check­ten ein und luden unser Gepäck ab, mach­ten uns kurz frisch und fuh­ren dann mit dem Auto (wegen den vie­len Spie­len im Gepäck) gegen 16 Uhr zur Ber­lin Con. Vor dem Ein­gang konn­te man schon sei­ne Spie­le in die Obhut des Floh­markt­teams geben, was wir auch gleich taten. Für einen kur­zen Moment konn­ten wir mit dem Auto vor der Abga­be par­ken und die Spie­le in Ruhe aus­la­den, zum Glück war es noch nicht so voll, spä­ter ging das lei­der nicht mehr.

Unse­re Spie­le wur­den alle ein­zeln ein­ge­scannt und von unse­ren Kis­ten in Kar­tons ver­packt und abtrans­por­tiert. Nun wur­de die Ein­stell­ge­bühr je Spiel 0,50€ fäl­lig und schon waren wir die Spie­le los. Am Auto war­te­te schon der Sven vom Brett­bal­lett auf uns, der Mit­or­ga­ni­sa­tor der Ber­lin Con, der mit sei­nem rela­tiv neu­en Brett­spiel­ka­nal auf You­Tube auch in unse­ren Fokus gelangt ist. Ich hat­te vor der Ber­lin Con noch­mal eini­ge Spie­le ein­ge­stellt auf diver­sen Face­book Floh­märk­ten und Sven inter­es­sier­te sich für mein Mons­ter Lands, wel­ches ich ihm hier über­gab. Wir plau­der­ten noch eine Wei­le nett mit ihm und dann muss­te er auch schon wie­der los.

Wir brach­ten das Auto in das Park­haus direkt an der Ver­an­stal­tung und ent­schie­den die Zeit bis zur Eröff­nungs­fei­er noch mit einem Essen in der nahe gele­ge­nen Oste­ria zu ver­brin­gen. Die­se erreich­ten wir nach einem kur­zen Fuß­marsch und konn­ten bei lecke­rem Essen drau­ßen sit­zen. Micha und Stef­fi kamen auch noch hin­zu und so unter­hiel­ten wir uns noch eine Wei­le bis wir dann gegen kurz vor 19 Uhr in Rich­tung Ver­an­stal­tung zurück gin­gen. Son­ja & Kai saßen noch auf ihrer Boots­tour fest und kamen lei­der nicht recht­zei­tig zurück, sodass sie ihre Spie­le nicht mehr los­ge­wor­den sind. Scha­de, aber mor­gen früh kom­men wir ja auch eher rein, da dürf­te das kein Pro­blem sein.

Wir war­te­ten begie­rig auf Ein­lass, doch ver­zö­ger­te der sich ein wenig. So kamen wir aber in den Genuss eini­ge bekann­te Gesich­ter zu sehen und vie­le net­te Gesprä­che zu füh­ren. Auch tra­fen wir auf May­te vom Brettspiel(er)leben Face­book­grup­pe und ihre Freun­de und wir unter­hiel­ten uns eine gan­ze Wei­le. Ich glau­be gegen 19:30 kamen wir dann in die neue Loca­ti­on und alle ström­ten gleich zur Büh­ne, wo das ers­te Mal die Ber­lin Con Awards ver­lie­hen wur­den. Die neue Loca­ti­on mach­te schon vom ers­ten Sehen einen viel bes­se­ren Ein­druck, alles ist eben­erdig, viel grö­ßer, und not­falls immer noch erwei­ter­bar.

Bei den Ber­lin Con Awards wer­den nicht die Spie­le an sich, son­dern die Per­so­nen hin­ter dem Schach­teln aus­ge­zeich­net. Autoren, Ver­le­ger, Redak­teu­re, die­je­ni­gen, die unser Hob­by erst zu dem machen, was es ist, wer­den hier aus­ge­zeich­net. Eine sehr schö­ne Idee, wie wir fin­den. Auch der Nach­wuchs kommt nicht zu kurz.

Als Ers­tes wur­de der Best New Publisher geehrt, wel­ches ver­dien­ter­ma­ßen Star­ling Games gewor­den sind, die Her­aus­ge­ber von Ever­dell.

Als Publisher of the Year wur­de Por­tal Games aus­ge­zeich­net, die uns gera­de mit dem tol­len Spiel Detec­tive auf Trab hal­ten. Igna­cy Trze­wic­zek him­sel­ve war vor Ort und nahm die Aus­zeich­nung ent­ge­gen. Er ist auch der Autor der Spie­le Robin­son Cru­soe und Impe­ri­al Sett­lers.

Best New Desi­gner 2019 wur­de ver­dien­ter Eli­sa­beth Har­gra­ve, die Desi­gne­rin von Wingspan (Flü­gel­schlag), ein abso­lut toll gestal­te­tes Spiel.

Desi­gner Of the Year wur­de dann als letz­tes Wolf­gang War­schau, der ja in letz­ter Zeit sehr vie­le Spie­le auf den Markt gebracht hat und schon eini­ge Aus­zeich­nun­gen z.B. den Ken­ner­spiel Preis mit den Quack­sal­bern von Qued­lin­burg vom letz­ten Jahr. Die­ses Jahr hat er das tol­le Spiel “Die Taver­nen im tie­fen Thal” ver­öf­fent­licht, was uns allen auch sehr viel Spaß gemacht hat. Außer­dem ist er Autor des Spiels Ganz schön Cle­ver und dem Nach­fol­ger Dop­pelt so Cle­ver.

Wäh­rend der Ver­lei­hung kamen dann auch Son­ja & Kai zu uns, sodass unse­re Grup­pe nun kom­plett war. Am Ende der Ver­lei­hung tra­fen wir noch den Board­ga­me Dig­ger und sei­ne Frau Swet­la­na, bei­des abso­lut herz­li­che und lie­be Men­schen. Auch durf­te ich gleich mei­nen Brett­spie­len Cha­ri­ty Kalen­der abho­len, der von den bei­den noch signiert wur­de. Ein schö­nes Foto gab es auch noch oben­drauf. Vie­len Dank Euch bei­den für Eure Zeit und Dau­men Hoch für Euren Kanal, macht wei­ter so.

Son­ja & Kai hat­ten noch nichts geges­sen und ent­schie­den sich im Anschluss im Innen­hof bei den Food Trucks einen Bur­ri­to zu sich zu neh­men. Wie sich spä­ter her­aus­stel­len soll­te, war das lei­der die fal­sche Wahl. So saßen wir noch eine Wei­le im Innen­hof und mach­ten uns dann zusam­men auf den Rück­weg zum Hotel, wo wir unten im Park­haus noch hal­fen die Spie­le der bei­den zu ver­schnü­ren und mit den mit­ge­brach­ten Eti­ket­ten zu ver­se­hen.

Wir waren von der Anrei­se aber alle so Müde und geschlaucht, das wir dann schon auf unse­re Zim­mer ver­schwan­den. Ein ins­ge­samt rund­um gelun­ge­ner ers­ter Tag neig­te sich so dem Ende ent­ge­gen.

Ein Kommentar

  1. Tol­ler, sehr aus­führ­li­cher Kom­men­tar. Mit den Fotos bekommt man einen sehr guten Ein­druck!
    Dan­ke, das war viel Arbeit!

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