SPIEL DOCH 2018 – Bericht

In diesem Jahr fand zum ersten Mal die Spielemesse „SPIEL DOCH“ in Duisburg statt, die vom Nostheide Verlag dem Herausgeber der Spielbox und der gleichnamigen SPIEL DOCH veranstaltet wurde. Doch leider kam es zu einer Terminüberschneidung mit den Ratinger Spieletagen, was im Vorfeld doch zu einigem Unmut führte. Schön wäre es ja gewesen, bevor man so eine Veranstaltung organisiert würde, wenn man sich über die eventuell parallel stattfindenden Events in der Nähe informieren würde. Trotz dieses Missstandes, ist es wohl für beide Veranstaltungen prima gelaufen – und im nächsten Jahr ist es anders. Nichtsdestotrotz war dies für uns DIE Gelegenheit, gleich beide Veranstaltungen an einem Wochenende mit einer Übernachtung zu besuchen. Was wir diesmal erstmalig zu fünft dabei erlebt haben, davon möchte ich nun berichten.

Am Samstag klingelte, zu unchristlicher Zeit, um 05:15 der Wecker. Die Sachen waren gestern Abend schon soweit verstaut, so mussten wir nur noch den Rest in der Reisetasche legen. Auf dem Weg zu Peter & Constance sammelten wir noch den Lars ein, packten die Sachen um und machten uns nun zu fünft auf den Weg nach Duisburg.

Die an sich Fahrt verlief relativ ereignislos und so trafen gut gelaunt um kurz nach 10 Uhr am Landschaftspark in Duisburg ein. Die Parkplatzgröße ließ mich etwas bangen, war dieser doch schon ordentlich gefüllt und wir mussten bis zum Eingang noch einige Meter zu Fuß zurücklegen. Wie sich später aber herausstellte, waren nicht alle Besucher zur SPIEL DOCH da, sondern natürlich auch um sich den Landschaftspark anzuschauen und an diversen Führungen teilzunehmen.

Als Erstes einmal muss man sagen, die Location hat mir sehr gut gefallen. Auf dem ehemaligen Zechengelände erwartete uns eine große Halle mit etwas schummrigen Licht – letzteres trägt zwar zur Atmosphäre bei, führt aber zu einer nicht unbedingt optimalen Beleuchtung beim Spielen. Der Eintritt von 4€ für eine Tageskarte geht vollkommen in Ordnung, wovon man sich auch noch 2€ auf einen Kauf der beiden Spielhändler vor Ort anrechnen lassen konnte.

Wir betraten also nun zu viert die Halle und begannen unseren Rundgang – Constance wollte sich derweil etwas in Duisburg umsehen. Wenn man so durch die Halle schaute, fühlte man sich zuerst fast wie in Essen auf der SPIEL. Die verschiedenen Verlage mit ihren Ständen kamen uns doch schnell bekannt vor, da sie zur SPIEL doch ähnlich aufgebaut sind. Bei Stand des ersten Spielhändlers, gleich am Eingang, wanderten erstmal die neuen Blöcke für „Noch Mal“ gleich in die Tasche, die hatte ich sowieso auf der Liste, super.

Auf unserem ersten Rundgang haben wir uns erst einmal einen Überblick verschafft über die verschiedenen Stände und Angebote, um auch zu schauen, was wir eventuell mal Probe spielen wollen. Lars interessierte sich sehr für eine Partie Photosynthese am Stand von Asmodee und währenddessen ich und die anderen noch weiter umherliefen blieb Lars dort bis ein Spieltisch frei wurde. In der Zeit hatte ich meine Eintrittskarte schon zum Einkauf von „Santa Maria“ beim großen Spielhändler von Duisburg „Roskothen“ eingetauscht, dies kaufte ich einfach blind, weil ich bis jetzt nur positives gehört hatte.

Am Stand von Feuerland gab es tatsächlich einige Exemplare von „Wendake“ zu einem wohl relativ guten Kurs zu erwerben, sodass ich den Auftrag von Sonja über Facebook bekam es doch bitte mitzubringen. Ist doch alles gar kein Problem, wenn wir eh da sind, können wir das doch auch gern mitbringen. Überhaupt waren wir beide die ganze Zeit über den Messenger am chatten um kein Angebot zu verpassen.

Nun ging es also an eine Partie „Photosynthese“, die Plätze waren nun frei geworden und wir bekamen das Spiel erklärt. Im Großen und Ganzen geht es darum seine Bäume auf dem Spielfeld wachsen zu lassen, um sie später, wenn sie am Größten sind gegen Siegpunkte zu fällen. Dies ist allerdings nicht so leicht, wie gedacht. Mit unseren Bäumen auf dem Spielfeld bekommen wir Sonnenpunkte mit denen wir verschiedene Aktionen ausführen können. Samen auswerfen, Bäume wachsen lassen, neue Bäume aus Samen pflanzen und auch Bäume fällen.

Doch diese Sonnenpunkte bekommen wir nur, wenn unsere bereits auf dem Spielfeld platzierten Bäume von der um den Spielplan laufenden Sonne auch Sonnenlicht abbekommen. Stehen kleinere Bäume hinter größeren stehen sie im Schatten und bekommen kein Licht ab. Ein interessanter Mechanismus und ein unverbrauchtes Thema, allerdings waren wir uns einige, das man nach ein paar Runden den Dreh raus hat und es dann nicht mehr so spannend ist. Aber ein interessantes Spiel.

Am Stand von Hans im Glück hätte ich gerne die Frühjahrsneuheit „Race to the New Found Land“ ausprobiert, doch auch hier warteten wir vergebens darauf einen Tisch zu ergattern und wir wollten ja nicht die ganze Zeit nur mit Warten verbringen.

So ging es weiter. Lars entdeckte einen Probetisch am Stand von Goliath wo das Kartenspiel „Shit Happens“ vorgestellt wurde. Er, Martin und ein anderer Mitspieler ließen sich das Spiel erklärten und spielten ein paar Runden. Hier geht es darum, unangenehme Dinge, die einem passieren können, nach der Schwere einzusortieren. Dabei kommen urkomische und auch abstoßende Situationen zutage.

Um das Spiel zu gewinnen, muss ein Spieler 10 Karten richtig eingeordnet vor sich liegen haben. Lars fand das Spiel so toll, das er es sich später noch mitgenommen hat.

Ich habe nicht soviel davon mitbekommen, da ich noch am Stand von NSV das Spiel Würfelland erworben habe, was auch auf meiner Liste stand, und so kam ich erst später hinzu.

Leider mussten wir nun wieder ein wenig umherlaufen, bis wir wieder einen freien Tisch ergatterten. In der Zwischenzeit kamen wir auch am Stand von ADC Blackfire vorbei. Dort wollte ich eigentlich mal ein paar Worte mit dem Fabian von der Brettspielwiese wechseln, aber der Arme war die ganze Zeit dort so umlagert, da er dort als Supporter „Krieg der Knöpfe“ erklärte, das ich ihn dabei auch nicht stören wollte. Wir schaffen das aber auf jeden Fall noch Fabian 😉 .

Hinter dem Stand ging es direkt zum Flohmarkt, doch das Wort Flohmarkt ist hier irgendwie fehl am Platz. Denn es war kein Bring & Buy, so wie bei vielen anderen Veranstaltungen z.B. eben in Ratingen, sondern es gab 3 anscheinend verschiedene Händler, die dort ihre gebrauchten, teilweise auch neuen Spiele anboten. Leider war dort für uns auch überhaupt nichts dabei. Schade, vielleicht kann man das im nächsten Jahr etwas attraktiver gestalten.

Ein unscharfes Flohmarktbild...
Ein unscharfes Flohmarktbild…

Beim Stand von Game Brewer wurde ein Tisch bei „Pixie Queen“ frei, denn wir gleich in Beschlag nahmen. Das Spiel steht hier auch bei uns zu Hause rum und so hatten wir die Chance es uns einmal erklären zu lassen. Gleich als Erstes erfuhren wir, das „Pixie Queen“ ein böses Spiel ist, in dem man für alles bestraft wird, was der Königin nicht gefällt, denn sie wünscht sich jede Runde Nahrung von uns Brot, Honig oder Äpfel, aber auch Silber und Gold können wir ihr anbieten. Wir müssen dabei unser bestes tun, um die Königin jede Runde zufriedenzustellen. Machen wir das gut und oft, können unsere Pixies als treuer Diener aufsteigen und an den beliebten Platz an der Sonne kommen, wo man Siegpunkte bekommt.

Wir dürfen ihr zwischendurch natürlich auch noch goldenen Ringe schmieden und mit zwischenzeitlichen Opfern überraschen. Aber die Königin lässt sich nicht so einfach zufrieden stellen und alle Arbeiter, die nicht fleißig genug waren, bekommen ständig Strafpunkte.

Erst am Ende des Spiels, gibt es zu den gesammelten Strafpunkten noch Pluspunkte hinzu – vorausgesetzt man hat sich gut genug angestellt. Sollte man das Spiel gar mit Pluspunkten verlassen, hatte man den Bogen gut heraus. Cleveres Spiel, das wir nur über 4 Runden spielen konnten, es aber gerne nochmal ausprobieren wollen – schließlich steht es auch bei uns im Regal.

Leider gelang es mir nicht eine Partie des neuen Prototypen von Feuerland „Das Tiefe Land“ Probe zu spielen, da auch dort immer immenser Andrang war. Judith und Marc hatten es uns empfohlen, die beiden trafen wir zwischendurch bei der Verpflegung. Dort unterhielten wir uns ein wenig über unsere Erlebnisse und Erfahrungen ehe wir dann weiter aufbrachen.

Es ging zum Stand von Queen Games, dort spielten wir als erstes „Pioneers“. Leider hatte ich hier nicht so wirklich die Ahnung, worum es geht, Peter auch irgendwie nicht. Lars und Martin hatten gleich alles gecheckt. Wir müssen hier unsere Pioniere möglichst weit verteilen, um Siegpunkte zu bekommen. Die Pioniere bewegen wir ganz typisch mit den Kutschen durch die Gegend und siedeln sie in verschiedenen Städten an. Jeder dieser Pioniere geht einem bestimmten Beruf nach, der festlegt, in welcher Stadt er überhaupt siedeln darf. Denn jede Stadt benötigt nur genau einen der Berufe.

Sind alle Pioniere einer Kutsche in den verschiedenen Städten untergebracht, gibt es dafür Siegpunkte. Auch können wir Straßen zwischen den Städten bauen, um unser Straßennetz zu vergrößern und dadurch Geld von den Mitspielern für die Nutzung zu erhalten. Das Spiel macht bestimmt mehr Spaß, wenn man besser aufnahmefähig ist und die Regeln richtig versteht – irgendwie war bei mir in dem Moment die Luft etwas raus. So war Lars uns schon nach ein paar Runden hoffnungslos enteilt und wir brachen die Partie ab.

Doch wir blieben gleich am Stand von Queen Games, denn hier konnten wir auch noch Luxor antesten. Hier schicken wir unsere Abenteurer auf der Jagd nach wertvollen Schätzen in den Tempel von Luxor. Das Ziel ist natürlich die Grabkammer des Pharao, die alle so schnell wie möglich erreichen möchten. Doch dafür benötigen wir nicht nur einen Schlüssel, sondern wollen auf dem Weg möglichst noch viele wertvolle Schätze einsammeln. Ein Wettlauf beginnt. Der Spieler, der mit seinem Team aus fünf Abenteurern am schnellsten zur Grabkammer vordringt und zeitgleich viele Schätze sammeln kann, wird das Spiel gewinnen. Dabei ist der Weg dorthin jedes Mal anders und verändert sich teilweise sogar während des Spiels, was die Spieler vor immer neue Herausforderungen stellt. Auch das clevere Einsetzen der Laufkarten ist gefragt. Dies Spiel hat mir sehr gut gefallen auf den ersten Blick auf jeden Fall viel besser als Pioniers, dem ich aber gerne nochmal eine Chance geben will.

Nun war leider schon die Zeit des Abschieds gekommen, denn es war langsam Zeit zu unserem für den Abend reservierten Tisch aufzubrechen. Daher schlenderten wir in Richtung Ausgang, aber nicht ohne nochmal einen Abstecher zum Stand von „Mr. Meeple“ zu machen. Hier waren wir heute schon des Öfteren vorbei gekommen, hatten uns bis jetzt aber noch nicht entschieden, was wir kaufen wollten. Es war gerade relativ ruhig am Stand und so konnten wir noch einmal in Ruhe die Auslage bewundern. Bei „Mr. Meeple“ bekommt man schöne „Nerdsachen“, die der Brettspieler so benötigen könnte – und das sind natürlich vor allem tolle und ausgefallene T-Shirts.

Hier gab es alles, vom Meeple, der aus allen möglichen Spieletiteln besteht, genau wie Superhelden – Meeple – T-Shirts „Meeple-Man“. Wir schauten auf die Angebote und waren uns ziemlich einig, 5 T-Shirts zu kaufen, die gab es nämlich zum reduzierten Preis. Die polnischen Jungs sprachen uns dann auf Englisch auf unsere eigenen T-Shirts an, wer wir denn wären und was wir so machten. So kamen wir ins Gespräch. Die Firma gibt es noch nicht so lange, man ist gerade im Aufbau und auch auf etlichen Veranstaltungen in Polen unterwegs. Die Shirts drucken sie mit eigenen Motiven in einem Matrix-Druckverfahren, erklärten sie. Das wäre haltbarer, als die Fotodrucke, die es sonst immer mal gäbe. Zusammen mit der guten Stoff- und Verarbeitungsqualität hätte man dann lange etwas davon. Wir waren überzeugt und wählten dann unsere Motive aus. Diese waren auch in unseren Größen zur Hand. Mit dem netten Kontakt, fällt es uns auch nicht schwer, hier nochmal ihren neuen Onlineshop zu erwähnen : http://www.meeple.pl . Treffen könnt Ihr die Jungs übrigens auch auf der diesjährigen SPIEL 2018, verrieten sie uns.

Im Anschluss daran verließen wir diese tolle und gelungene Veranstaltung und werden sie für das nächste Jahr wieder auf unsere Liste nehmen.

Nun ging es nach Ratingen, wo wir kurz im Hotel eincheckten, uns frisch machten und dann alle zusammen, Constance hatten wir in Duisburg wieder eingesammelt, uns zu Fuß vom Hotel aus zu unserem Stammlokal „Schlüssel am Markt“ in Ratingen aufmachten. Vom letzten Jahr wussten wir noch, das es hier voll werden kann, so reservierten wir uns einen Tisch im Voraus. Kein Wunder, das hauseigen gebraute Bier zieht die Leute an und auch die deutsche Küche schmeckt hier absolut lecker. Auch dieses Mal waren wir wieder vollauf begeistert und langten alle ordentlich zu. Man muss es sich ja auch mal gut gehen lassen. Obwohl ich persönlich sagen muss das mir zumindest die Kartoffelsuppe dieses Mal nicht so gut geschmeckt hatte wie ich es in Erinnerung hatte, auch die Bratkartoffeln schienen etwas matschig, vielleicht lag es aber auch an den Kartoffeln.

Nach der allgemeinen Völlerei wollten die Jungs gerne noch ein paar Absacker in der Hotelbar zu sich nehmen und so saßen wir alle 5 zusammen an der Theke, unterhielten uns mit dem sehr netten Barkeeper und ließen diesen tollen Tag entspannt ausklingen.

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