Klong!

Klong! — Rezension

Das Spiel Klong! hat­te es mir schon seit sei­ner Ver­öf­fent­li­chung ange­tan. Doch bin ich eigent­lich nicht so der Fan von Deck­bau­spie­len, des­we­gen war ich skep­tisch und von einem Blind­kauf eher abge­neigt, zumin­dest tes­ten woll­te ich es ger­ne. Doch lei­der ergab sich die­se Gele­gen­heit nicht, auch nicht an einem Spiel­tag der Hamel­ner, dort hat­te ich es auf einem Nach­bar­tisch erspäht, konn­te aber zumin­dest den Prot­ago­nis­ten beim Spie­len zuse­hen. Und ich muss sagen, es sah schon inter­es­sant und unge­wöhn­lich aus.

Ein Ver­lies, lus­ti­ge Stein­chen die aus einem Beu­tel gezo­gen wer­den und ein Dra­chen mach­ten mich nur noch neu­gie­ri­ger. So ergab es sich dann end­lich auf der letzt­jäh­ri­gen SPIEL in Essen, das es auf Deutsch beim Schwer­kraft Ver­lag erschien. Ich war hin- und her­ge­ris­sen und mach­te die ers­te Zeit aber immer noch einen gro­ßen Bogen um den Stand.

Dies änder­te sich erst als ich mich mit Marc und Judith von den Let­te­ra­ner Brett­spie­lern dar­über unter­hielt und sofort eine abso­lu­te Kauf­emp­feh­lung bekam. So kam es gleich anschlie­ßend nach dem Gespräch zu einem Groß­ein­kauf beim Schwer­kraft — Ver­lag, denn neben Klong! wan­der­te auch noch Vale­ria — König­reich der Kar­ten und etli­che Erwei­te­run­gen in unse­ren Besitz.

Letzt­end­lich bin ich glück­lich und den bei­den total dank­bar, denn Klong! ist ein wirk­lich tol­les Spiel.

Klong!
Klong!

Spielprinzip/Idee

In einer fins­te­ren Dra­chen­höh­le geht es für uns Meis­ter­die­be dar­um dem Dra­chen sei­ne wert­vol­len Arte­fak­te zu steh­len und dabei mög­lichst wenig Lärm (“Klong”) zu machen. Denn Lärm macht den Dra­chen angriffs­lus­tig und wenn wir es auch noch auf sei­ne Arte­fak­te abge­se­hen haben auch noch äußerst wütend.

Das Spiel basiert auf der Deck­buil­ding — Mecha­nik und so bau­en die Spie­ler ihr anfäng­lich glei­ches Kar­ten­deck immer wei­ter aus.

Mit Hil­fe der Kar­ten bewe­gen sich die Spie­ler durch die Höh­len, erwer­ben neue Kar­ten wie Gegen­stän­de, Aus­rüs­tun­gen und Hel­fer und bekämp­fen die über­all lau­ern­den Wachen. Um uns an unse­rer Beu­te zu erfreu­en müs­sen wir es schaf­fen lebend aus den Tie­fen zu ent­kom­men.

Klong!
Klong!

Spielanleitung

Die Regeln sind gut und über­sicht­lich erklärt und sehr ein­gän­gig. Aller­dings hat sich in den ers­ten Anlei­tun­gen ein Feh­ler ein­ge­schli­chen, der gleich mit einem Erra­ta geklärt wur­de.

Infobox — Klong!

Klong! - Cover
1–4
ab 12
30–60

Autor Paul Den­nen
Gra­fi­ker Rayph Beis­ner, Raul Ramos, Nate Storm
Ver­lag Schwer­kraft-Ver­lag, Dire Wolf Digi­tal, Rene­ga­de Game Stu­di­os
Jahr 2016
The­ma Aben­teu­er, Fan­ta­sy
Mecha­ni­ken Kar­ten draf­ten, Deck / Pool Buil­ding, Play­er Eli­mi­na­ti­on, Point to Point Move­ment, Press Your Luck

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Spielmaterial

Die Gestal­tung der vie­len Kar­ten in Klong ist abso­lut lie­bens­wert und super gelun­gen. Sie sehen toll illus­triert aus und man schaut sie sich ein­fach ger­ne an.

Spielablauf

Die Spie­ler bekom­men am Anfang des Spiels alle glei­ches Kar­ten­deck aus 10 Kar­ten mit denen sie die Rei­se in die Dra­chen­höh­le wagen.

Die Bewe­gung in der Höh­le geschieht mit einer Spiel­fi­gur auf dem Spiel­plan, doch dabei soll­ten sie mög­lichst wenig “Klong” machen. Die­ses “Klong” wird durch klei­ne Holz­wür­fel­chen dar­ge­stellt von denen jeder Spie­ler in sei­ner Spiel­erfar­be eine bestimm­te Anzahl am Anfang des des Spie­les hat. Soll­te es bei aller Vor­sicht lei­der doch dazu kom­men, das Spie­ler zu viel “Klong” machen, glaubt mir, dazu wird es kom­men, müs­sen eine bestimm­te Anzahl die­ser Holz­wür­fel­chen auf das “Klong-Feld” gelegt wer­den.

Klong!
Klong!

Hier blei­ben alle Wür­fel­chen der Spie­ler solan­ge lie­gen bis z.B. bei der Auf­fri­schung der Kar­ten­aus­la­ge eine Kar­te mit Dra­chen­sym­bol auf­ge­deckt wird oder ein Spie­ler ein Arte­fakt mit­ge­hen lässt. Nun kommt es zu einer Art Pro­be, ob es der Dra­che schafft die Die­be auf fri­scher Tat zu ertap­pen oder ob sie es schaf­fen zu ent­kom­men.

Dazu wer­den alle Wür­fel­chen auf dem “Klong — Feld” in den Dra­chen­beu­tel gewor­fen, in dem sich von Anfang des Spiels auch schwar­ze Wür­fel­chen befin­den, die neu­tral sind.

Nun wird eine bestimm­te Anzahl Wür­fel­chen aus dem Beu­tel gezo­gen, umso wei­ter der Dra­che schon aus sei­ner Höh­le empor­ge­kom­men ist umso mehr Wür­fel wer­den gezo­gen und umso gefähr­li­cher wird es für die tap­fe­ren Die­be. Jede Far­be die nun gezo­gen wird, bedeu­tet Scha­den für den jewei­li­gen Spie­ler der Far­be, man soll­te es tun­lichst ver­mei­den das die Lebens­an­zei­ge der Die­be sinkt, denn es kön­nen nur 10 Wür­fel­chen auf die­se Anzei­ge gelegt wer­den.

Erhält der Dieb mehr Scha­den als es Platz für Wür­fel auf der Lebens­an­zei­ge gibt wird der Dieb ohn­mäch­tig und bleibt lie­gen. Hat er Glück und dies geschieht schon außer­halb des Höh­len­sys­tems wird er von den Dorf­be­woh­nern bei Spie­len­de gebor­gen und geret­tet. Er schei­det nun aller­dings aus dem aktu­el­len Spiel­ge­sche­hen aus, da er ein­fach zu unge­schickt war und ein­fach zu oft erwischt wur­de.

Auf den vie­len unter­schied­li­chen Wegen lie­gen teil­wei­se auch hilf­rei­che Gegen­stän­de wie Eli­xie­re, die wert­vol­les Leben zurück­ge­ben, sowie Gold oder mehr Stie­fel im noch ein­mal wei­ter lau­fen zu kön­nen. Man­che Wege sind aller­dings ver­sperrt oder benö­ti­gen Extra — Stie­fel um dort vor­an­zu­kom­men.

In den gefähr­li­chen unte­ren Gefil­den der Höh­le gibt es glück­li­cher­wei­se einen Markt, bei dem man sich so hilf­rei­che Gegen­stän­de wie einen Gene­ral­schlüs­sel oder einen Ruck­sack kau­fen kann. Der Gene­ral­schlüs­sel erlaubt es die ver­sperr­ten Wege zu pas­sie­ren, der Ruck­sack erlaubt es den beson­ders gie­ri­gen Die­ben nicht nur ein son­dern gleich zwei Arte­fak­te mit­neh­men zu kön­nen.

Wer an der Rei­he ist, spielt nun 5 Hand­kar­ten aus, die Rei­hen­fol­ge ist dem Spie­ler selbst über­las­sen. Lan­det er auf einem Feld in denen sich ein “Ver­steck” befin­det darf er sich eines der dort aus­lie­gen­den Plätt­chen neh­men. Lan­det er auf einem Feld mit einem Arte­fakt darf er die­ses mit­neh­men, der Dra­che rückt auf der Zor­nes­leis­te jedoch sofort ein Feld vor.

Auf den anfangs im Deck ent­hal­te­nen und spä­ter zu erwer­ben­den Kar­ten sind 3 ver­schie­de­ne Haupt­sym­bo­le abge­bil­det.

Da gibt es die Stie­fel, mit denen man sich durch die Höh­len bewe­gen kann. Dann gibt es die Schwer­ter mit denen man sich den furcht­ba­ren sich einem in den Weg stel­len­den Mons­tern stellt und dafür ver­schie­de­ne Beloh­nun­gen meist in Form von Gold kas­siert.

Zu guter Letzt gibt es noch das Talent, mit die­sem kauft man sich in der Aus­la­ge neue, bes­se­re Kar­ten. Die­se kom­men auf den per­sön­li­chen Abla­ge­sta­pel. Erst wenn der Nach­zieh­sta­pel leer ist, wer­den die Kar­ten neu gemischt, wodurch neu gekauf­te Kar­ten ins Deck gelan­gen.

Spielende

Schafft es ein Held mit­samt sei­ner Beu­te wie­der ganz bis ans Tages­licht zu kom­men, wer­den die letz­ten Run­den ein­ge­lei­tet. Hier­bei haben die ande­ren Spie­ler nun noch Gele­gen­heit sich vor dem Dra­chen in Sicher­heit zu brin­gen, der jetzt aller­dings so wütend und in Rage ist, das in jeder Run­de Wür­fel aus dem Beu­tel gezo­gen wer­den und in jeder Run­de noch ein paar zusätz­li­che dazu.

Schaf­fen es auch ande­re Hel­den die letz­ten Run­den zu über­ste­hen und ans Tages­licht zu kom­men oder zumin­dest das Ver­lies zu ver­las­sen, wer­den sie am Ende des Spiels gewer­tet.

Alle Spie­ler die sich nun noch im Ver­lies befin­den sind lei­der ver­lo­ren. Nun wer­den die Sieg­punk­te auf den Arte­fak­ten und den Kar­ten sowie das Gold zusam­men­ge­zählt und der Spie­ler mit den meis­ten Sieg­punk­ten gewinnt.

Klong!
Klong!

Fazit

Klong! ist ein abso­lut fan­tas­ti­sches Wett­renn­spiel um die wert­volls­ten Arte­fak­te in der Dra­chen­höh­le. Die Viel­falt der Kar­ten bringt genug Abwechs­lung für vie­le Par­ti­en, man braucht auch eini­ge Run­den bis man weiß was die bes­te Her­an­ge­hens­wei­se in wel­cher Situa­ti­on ist, denn man muss immer auf alles gefasst sein und vor allem nicht nur den Dra­chen son­dern vor allem auch die Mit­spie­ler im Auge behal­ten.

Nicht sel­ten will man gera­de das wert­volls­te Arte­fakt grei­fen, befin­det sich in den tiefs­ten Grün­den der Höh­le und ein Mit­spie­ler beginnt schon wie­der mit dem Auf­stieg. Nun gilt es im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, die Bei­ne in die Hand zu neh­men und genü­gend Füße auf den Kar­ten im Deck zu haben.

Am Ende ist es auch abso­lut span­nend und man fie­bert beim Zie­hen der Kar­ten regel­recht mit. Bekommt man doch noch genug Stie­fel auf die Hand um den beschwer­li­chen Weg ans Tages­licht etwas zu beschleu­ni­gen?

Eine gewis­se Tak­tik ist auch von Nöten: Besie­ge ich mög­lichst vie­le Mons­ter um auf dem Markt evtl. noch hilf­rei­che Gegen­stän­de ein­zu­sam­meln oder einen Ruck­sack zu erwer­ben um mit mög­lichst viel Pro­fit aus der Höh­le zu ent­kom­men? Mache ich lie­ber einen Umweg, um den Gefah­ren zu ent­ge­hen um evtl. noch ein dort aus­lie­gen­des Plätt­chen mit­zu­neh­men? Oder neh­me ich das erst­bes­te Arte­fakt und haue wie­der ab um es mei­nen Mit­strei­tern die sich in den Untie­fen der Höh­le mög­lichst schwer zu machen wie­der leben­dig her­aus­zu­kom­men? Und immer wenn das Wört­chen Klong auf einer Kar­te erscheint stellt es einem die Nacken­haa­re auf, bin ich doch mit mei­ner Lebens­en­er­gie schon fast am Ende, aber ich woll­te doch noch dort ent­lang um das wich­ti­ge und wert­vol­le Arte­fakt mit­ge­hen zu las­sen, oder las­se ich das jetzt lie­ber und ret­te mein Leben, denn wenn der Dra­che kommt wird es eng?

Fra­gen über Fra­gen.

Der Dra­che sorgt im Spiel für den abso­lu­ten Thril­ler, denn die­ser Glücks­fak­tor im Spiel treibt das Spiel unauf­halt­sam vor­an. Die wert­volls­ten Arte­fak­te lie­gen natür­lich am wei­tes­ten unten und sind am beschwer­lichs­ten zu errei­chen, aber man denkt sich das schaf­fe ich, die­ses 30er Arte­fakt das gehört mir.

Klong ist weni­ger plan­bar aber das braucht es auch gar nicht. Und ein­zig und allein der Spaß wenn man die Mit­spie­ler Flu­chen hört: “Mensch schon wie­der kei­ne Stie­fel” auf der Hand, “Wie­so wer­den immer nur MEINE Stei­ne aus dem Beu­tel gezo­gen?” Es macht ein­fach Spaß, ist kurz­wei­lig und super span­nend. Ich spie­le es auch zu zweit zwi­schen­durch immer mal wie­der ger­ne.

Unsere Wertungen

Gesamt­wer­tung: 8.5 / 10.0
Stef­fi
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.0
Abso­lut spa­ßi­ges und span­nen­des Wett­ren­nen mit Deck­buil­ding­me­cha­nis­mus um die wert­volls­ten Arte­fak­ten die wir der Dra­chen­la­dy aus ihrem Ver­lies ent­wen­den wol­len. Doch soll­ten wir dies mög­lichst lei­se tun ohne „Klong“ zu machen, denn das erweckt die Auf­merk­sam­keit der Dra­chen­la­dy und sie wird böse und greift uns an und dann hilft nur noch ab aus dem Ver­lies wie­der nach oben die Schät­ze ret­ten. Ist man ein­mal dabei is man sofort mit­ten­drin und fie­bert mit sei­nem Hel­den mit, und am Ende feh­len einem immer die ver­damm­ten nöti­gen Schu­he.….….….….
Mar­tin
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
8.0
Ein­fa­che Regeln machen den Ein­stieg in die­sen spa­ßi­gen Dun­geon­craw­ler leicht. Kann jeder­zeit wie­der auf den Tisch 🙂