Die Staufer - Box

Die Staufer – Rezension

Wir rei­sen mit Hein­rich dem VI. durch sein Reich. Denn sei­ne Herr­schaft war geprägt von einem außer­or­dent­li­chen Rei­sepen­sum. Den über­wie­gen­den Teil sei­ner Hand­lun­gen wur­den außer­halb des Schlos­ses ver­rich­tet. Dafür benö­tig­te er einen gro­ßen und zuver­läs­si­gen Stab von Gesand­ten. Und genau hier beginnt das Spiel für uns.

Spielidee/​Prinzip:

Zusam­men mit Hein­rich dem VI. rei­sen wir durch das Land und ver­su­chen unse­ren Ein­fluss aus­zu­deh­nen. Durch das Beset­zen von Amts­sit­zen errei­chen wir bestimm­te Vor­tei­le, die uns unse­re ver­schie­de­nen Auf­ga­ben erleich­tern. Nur wenn wir es schaf­fen unse­re Adli­gen und Gesand­ten wohl durch­dacht durch die Lan­de zu schi­cken und dabei mehr Amts­sit­ze zu bele­gen als die Mit­spie­ler und es neben­bei noch schaf­fen unse­re gehei­men Auf­ga­ben zu erfül­len, haben wir eine Chan­ce bei “Die Stau­fer” erfolg­reich zu sein.

Infobox – Die Staufer

2 – 5
ab 13
90

Auto­ren Andre­as Ste­ding
Gra­fi­ker Franz Voh­win­kel
Ver­lag Hans im Glück Ver­lags-GmbH
Jahr 2014
The­ma Mit­tel­al­ter
Mecha­ni­ken Gebiets­kon­trol­le, Kar­ten draf­ten, Modu­la­res Spiel­brett, Pat­tern Buil­ding, Sets sam­meln

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Spielanleitung:

Die Staufer - Spielaufbau
Die Stau­fer – Spiel­auf­bau

Die Spiel­an­lei­tung ist wirk­lich super geschrie­ben und mit Bei­spie­len ver­se­hen. Auch wenn der Spiel­auf­bau allein schon 4 Sei­ten der Anlei­tung in Beschlag nimmt, so kann man recht schnell mit Anfan­gen.

Man soll­te sich aller­dings auch dem mit­ge­lie­fer­ten Bei­blatt wid­men, damit man einen Ein­druck von den Vor­tei­len der Tru­hen bekommt. Die­se kön­nen näm­lich ent­schei­den­de Vor­tei­le brin­gen und spiel­ent­schei­dend sein. Auch wer­den hier die Pri­vi­le­gi­en­kar­ten und die Auf­trags­kar­ten noch ein­mal genau­er beschrie­ben.

Spielmaterial:

Das Spiel­ma­te­ri­al ist von guter Qua­li­tät. Her­vor­zu­he­ben ist hier auf jeden Fall, der gro­ße varia­ble Spiel­plan, bestehend aus 6 Tei­len. Die Regio­nen sind sehr schön gestal­tet, lei­der sind man­che Städ­te­na­men auf­grund der doch sehr ver­schnör­kel­ten Schrift nicht so gut les­bar. Die Papp­tru­hen haben eine ange­neh­me Grö­ße, die Spiel­kar­ten sind lie­be­voll gestal­tet und haben eine ange­neh­me Grö­ße.

Spielablauf:

Die Staufer - Spielaufbau
Die Stau­fer – Spiel­auf­bau

Jeder Spie­ler wählt sich eine Far­be und nimmt sich von sei­nen Figu­ren 4 Gesand­te und eine Adli­gen­fi­gur. Die­se befin­den sich auf sei­nem “Hof” die ande­ren wer­den als Nach­zieh­sta­pel bei­sei­te gelegt. Zusätz­lich erhält jeder Spie­ler noch jeweils eine Auf­trags­kar­te der drei ver­schie­de­nen Sor­ten. Die­se Auf­trä­ge sind geheim und soll­ten am Ende des Spie­les wenn mög­lich erfüllt sein.

Bei den “Stau­fern” geht es dar­um am Ende von 5 Run­den und nach Aus­wer­tung der gehei­men Auf­trä­ge die meis­ten Sieg­punk­te ergat­tert zu haben. Grund­sätz­lich hat jeder Spie­ler pro Run­de 3 Aktio­nen. Dabei wird die Zug­rei­hen­fol­ge anhand des Akti­ons­ta­bleaus in der Spiel­mit­te bestimmt.

Es gibt 2 ver­schie­de­ne Arten von Aktio­nen:

  • Nach­schub besor­gen
  • Bewe­gen und ein­set­zen

Wenn alle Spie­ler ihre 3 Aktio­nen aus­ge­führt haben kommt es zur Run­den­wer­tung und anschlie­ßend zur “Auf­räum­pha­se”.

Es gibt in “Die Stau­fer” drei ver­schie­de­ne Arten von Tru­hen:

Die “Oran­gen” Tru­hen brin­gen eine Sofort­ak­ti­on, in der man ent­we­der Sieg­punk­te, Gesand­te oder Adli­ge bekom­men kann.

Die Staufer - Spielaufbau
Die Stau­fer – Spiel­auf­bau

Tür­ki­se” Tru­hen besche­ren eine “Ein­mal­ak­ti­on” und zahlt so bei­spiels­wei­se kei­ne Bewe­gungs­kos­ten oder bekommt Ade­li­ge güns­ti­ger.

Brau­ne” Tru­hen brin­gen am Spie­len­de Sieg­punk­te, je mehr man davon besitzt, umso bes­ser.

Besitzt man zwei “Lila” Tru­hen kön­nen die sofort gegen eine Pri­vi­le­gei­en­kar­te ein­ge­tauscht wer­den, die einem von nun an Vor­tei­le beschert.

Die Vor­tei­le der Pri­vi­le­gi­en­kar­ten kön­nen z.B. wie folgt sein:

  • Ein bereits besetz­ter Amts­sitz darf ein zwei­tes Mal besetzt wer­den
  • Beim Ein­set­zen auf dem Amts­sitz müs­sen nur 3 Figu­ren bezahlt wer­den, obwohl eigent­lich mehr zu zah­len wäre
  • Sieg­punk­te
  • Bewe­gung kos­tet nur 1 Figur

Jeder Spie­ler hat je Sor­te einen Geheim­auf­trag:

  • Am Ende des Spiels an einem bestimm­ten Ort die meis­te Anzahl an Amts­sit­zen haben
  • Ein bestimm­tes Mus­ter an Amts­sit­zen haben
  • Eine bestimm­te Kom­bi­na­ti­on an Amts­sit­zen haben, z.B. vie­le 5er Amts­sit­ze usw.

Nun gilt es, sei­ne durch­aus weni­gen Züge opti­mal zu nut­zen.

1. Nach­schub besor­gen:

Man stellt sei­ne Figur auf das obers­te Feld der Nach­schub­leis­te und wählt dann auf einem belie­bi­gen Feld die Tru­hen und die auf der Leis­te abge­bil­de­ten Figu­ren.

2. Bewe­gen und Ein­set­zen:

Die Figur wird an die ent­spre­chen­de Posi­ti­on der “Bewe­gungs­leis­te” gestellt. Mit die­ser Akti­on wer­den meist die Sieg­punk­te für die­se Run­de gene­riert, am Ende der Par­tie wird hier­mit auch schon das Errei­chen der Auf­trä­ge vor­be­rei­tet.

Sieg­punk­te am Ende der Run­de bekommt man für fol­gen­de Wer­tun­gen:

  • Der Ort mit den wenigs­ten Tru­hen
  • Der Ort mit den meis­ten besetz­ten Amts­sit­zen.
  • Der Ort auf dem der König steht.

Jeder Ort, der sich woan­ders befin­det, als da wo der König steht, muss erst bereist wer­den. Für jeden Ort, denn man durch­läuft, muss man einen Gesand­ten aus­ge­ben, und in den obe­ren Bereich der Regi­ons­kar­te legen.

Durch das Bewe­gen, kann man an dem Ort, wo man ange­kom­men ist, einen Amts­sitz bele­gen. Auf jedem von die­sen Sit­zen steht eine Zahl, sovie­le Figu­ren müs­sen zum Beset­zen des Sit­zes aus­ge­ge­ben wer­den. Beson­ders knif­fe­lig kann es dadurch sein, wenn dort eine Adli­gen­fi­gur abge­bil­det ist – denn die­ser kann nur von einem Adli­gen besetzt wer­den. Auch hier wer­den die abzu­ge­ben­den Figu­ren in den obe­ren Teil der Regi­ons­kar­te gelegt, hier wer­den sie ab der Regi­on abge­legt in der man den Amts­sitz bean­sprucht und dann im Uhr­zei­ger­sinn. Die Tru­he unter dem Amts­sitz geht dann in den Besitz des Spie­lers über.

Die Staufer - Spielaufbau
Die Stau­fer – Spiel­auf­bau

Am Ende der Run­de folgt dann die Regio­nen­wer­tung. Nun wer­den die Mehr­hei­ten gewer­tet. Der Spie­ler mit den meis­ten Amts­sit­zen auf dem zu wer­ten­den Ort gewinnt die Wer­tung und bekommt die auf den Punk­te­plätt­chen ange­ge­be­nen Sieg­punk­te. Für die zwei­te Wer­tung kann man ver­schie­de­ne Din­ge bekom­men wie z.B. Tru­hen, Gesand­te oder Adli­ge.

In der nun fol­gen­den “Auf­räum­pha­se” wird das Spiel­brett für die nächs­te Run­de vor­be­rei­tet:

  • Die Figu­ren der gewer­te­ten Orte wer­den wie­der in den Vor­rat der Spie­ler gelegt.
  • Es wird unter die gewer­te­ten Orte wie­der eine Tru­he gelegt und auch die Nach­schub­leis­te wird wie­der mit Tru­hen befüllt
  • Der König wird sovie­le Fel­der bewegt, wie auf der Run­de ange­ge­ben.
  • Nun gilt die nächs­te Run­de mit ihren Bedin­gun­gen.

Spielende:

Am Ende der Run­de erfolgt noch wie gewöhn­lich die letz­te Run­den­wer­tung, aber es fin­det kei­ne “Auf­räum­pha­se” statt, das bedeu­tet, das die Orte, die Figu­ren auf den gewer­te­ten Orte dies­mal nicht ent­fernt wer­den.

Nun decken alle Spie­ler ihre Auf­trä­ge auf und es wird geschaut inwie­fern die­se erfüllt wor­den sind, wofür es dann noch die ent­spre­chen­den Sieg­punk­te gibt. Für die brau­nen Sieg­punkt­tru­hen gibt es dann nach Men­ge auch noch Punk­te. Wie üblich gewinnt der Spie­ler mit den meis­ten Punk­ten.

Fazit:

Die Staufer - Spielaufbau
Die Stau­fer – Spiel­auf­bau

Alles klar? Nein? Das ist über­haupt nicht ver­wun­der­lich, denn man braucht ein paar Run­den, bis man das Spiel­prin­zip ver­in­ner­licht hat und den Wert der Tru­hen ken­nen gelernt hat.

Bit­te am Anfang nicht abschre­cken las­sen, denn so schwer, wie es scheint, ist das Spiel gar nicht und mit einer Län­ge von ca. 20 Minu­ten pro Spie­ler auch ange­nehm zu spie­len. Der kla­re und simp­le Spiel­ab­lauf weis zu über­zeu­gen, die Run­den ver­lau­fen näm­lich recht schnell und ein­gän­gig und das Spiel ist wirk­lich schnell vor­bei.

Der Auf­bau des Spiels nimmt eini­ge Zeit in Anspruch, da vie­le Din­ge auf den Tisch zu brin­gen sind. Es soll­ten alle Spie­ler immer dar­auf ach­ten, das sie auch alle Beloh­nun­gen oder Tru­hen mit­neh­men, denn dies wird dann doch eini­ge Male wie­der ver­ges­sen. Es ist auf alle Fäl­le von Vor­teil sich mit den Tru­hen ver­traut machen, denn die­se sind teil­wei­se sehr stark und erleich­tern eini­ge “teu­re” Din­ge unge­mein, auch die Pri­vi­le­gi­en­kar­ten soll­ten nicht unter­schätzt wer­den, sie sind mit­un­ter sogar mit spiel­eint­schei­dend.

Die Auf­trä­ge zu erfül­len, bedarf eini­ges an Geschick und guter Pla­nung, da die Amts­sit­ze der gewer­te­ten Orte ja am Ende immer wie­der abge­räumt wer­den. So soll­te man immer im Auge haben, wel­cher Ort wann gewer­tet wird, um das Ziel des Auf­tra­ges noch errei­chen zu kön­nen. Man ist fort­lau­fend damit beschäf­tigt, zu schau­en, was die Mit­spie­ler machen könn­ten und neben­bei sei­ne eige­nen Züge zu pla­nen. Hier grei­fen ver­schie­de­ne Macha­nis­men inein­ad­ner, die einen lau­fend dazu zwin­gen sei­ne Ent­schei­dun­gen abzu­wä­gen: Ist es bes­ser sich jetzt erst­mal mit den Bedürf­nis­sen die­ser Run­de zu beschäf­ti­gen, oder schon lang­fris­tig für die Zukunft zu pla­nen. Das Spiel ermög­licht einem stra­te­gi­sche Über­le­gun­gen, da man die Mög­lich­keit hat Sieg­punk­te am Ende jeder Run­de und auch zusätz­li­che am Ende des Spiels zu erlan­gen.

Der Wie­der­spiel­reiz bleibt durch den varia­blen Spiel­plan­aus­bau und die ver­schie­de­nen Auf­trags­kar­ten und Pri­vi­le­gi­en­kar­te lan­ge erhal­ten, da sich jedes Spiel anders spielt. Die “Stau­fer” ist ein her­vor­ra­gen­des “Viel­spie­ler” Spiel, das den Beweis antritt das sol­che Spie­le nicht immer einer kom­ple­xen Anlei­tung bedür­fen. Das his­to­ri­sche The­ma kommt hier aller­dings über­haupt nicht zur Gel­tung.