Camel Up - Box

Camel Up – Spiel des Jahres 2014 – Rezension

Bis ges­tern Mit­tag hat es gedau­ert, bis das Spiel Camel Up nun auch end­lich den Weg zu uns nach Hau­se ins Regal gefun­den hat. Das lag dar­an, das wir das Spiel zwar immer schon im Auge hat­ten, weil es ja auch mit dem roten Pöp­pel “Spiel des Jah­res 2014” aus­ge­zeich­net wor­den ist uns bis dato aber eher ande­re Spie­le ange­spro­chen hat­ten. Eigent­lich soll­te es ges­tern nur etwas Grill­gut geben, aber wer mich kennt, weiß, das ein Besuch des klei­nen Spie­le­re­gals natür­lich nicht feh­len durf­te. Und sie­he da: Dort stand es nun zu einem unschlag­ba­ren Preis und wan­der­te auch gleich in den Ein­kaufs­wa­gen. Es hat zwar etwas län­ger gedau­ert, aber nun letzt­end­lich der Tra­di­ti­on ent­spre­chend ist auch das “Spiel des Jah­res 2014” in unse­rem Besitz. Gleich nach dem Gril­len pack­ten wir es aus und spiel­ten 2 Run­den. Davon möch­te ich nun berich­ten.

Camel Up
Camel Up

Spielprinzip:

Bei die­sem tur­bu­len­ten Spiel geht es um ein Kamel­ren­nen. Die Spie­ler wet­ten bei die­sem Ren­nen in der Wüs­te dar­auf, wel­ches Kamel auf wel­chem Platz lan­det. Dabei kommt es zu Etap­pen­wer­tun­gen und einer Schluss­wer­tung, sobald das ers­te Kamel die Ziel­li­nie über­quert hat. 5 Kame­le ren­nen einen vor­ge­ge­be­nen Rund­kurs ent­lang und dabei lau­fen sie nicht nur um die Wet­te, son­dern sie sta­peln sich auch noch. In jeder Etap­pe bewegt sich jedes Kamel 1 – 3 Schrit­te und steht auf dem Ziel­feld schon ein ande­res Kamel, springt es ihm ein­fach auf den Rücken. Und trotz­dem muss man sich irgend­wann ent­schei­den, wel­ches das “Olle” und wel­ches das “Tol­le” Kamel am Ende wer­den wird.

Infobox – Camel Up

Camel Up - Cover
2 – 8
ab 8
20 – 30

Autoren Stef­fen Bogen
Gra­fi­ker Den­nis Lohau­sen
Ver­lag Pega­sus Spie­le, Lautapelit.fi, Piat­nik, eggert­spie­le
Jahr 2014
Aus­zeich­nun­gen Spiel des Jah­res 2014
The­ma Wür­fel, Ren­nen, Tie­re
Mecha­ni­ken Betting/​Wagering, Wür­fel, Roll /​Spin and Move

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Spielanleitung:

Die kur­ze Anlei­tung von Camel Up ist super geschrie­ben. Wenn man sie ein­mal gele­sen hat, weiß man Bescheid. Das mag zum einen dar­an lie­gen, das das Spiel nicht son­der­lich vie­le Regeln hat, aber mit Sicher­heit auch durch die gut geschrie­be­ne und gut struk­tu­rier­te Anlei­tung. Wir muss­ten sie jeweils nach dem Lesen schon beim ers­ten Spiel gar nicht mehr zur Hil­fe neh­men. Außer der deut­schen befin­det sich noch eine eng­li­sche Regel mit in der Packung. Auf der ers­ten Sei­te der Anlei­tung ist noch der Zusam­men­bau der Wür­fel­py­ra­mi­de beschrie­ben.

Camel Up
Camel Up

Spielmaterial:

Das Spiel­ma­te­ri­al über­zeugt auf gan­zer Linie. Schon allei­ne die 5 Holz­ka­me­le sehen wun­der­bar aus. Das humor­vol­le Design im Comic­stil und vor allem die Wür­fel­py­ra­mi­de sind der abso­lu­te Hin­gu­cker. Die Wür­fel sind auch aus Holz und pas­sen gut in die Pyra­mi­de hin­ein, die Zah­len auf den Wür­feln sind ange­nehm groß nur auf dem blau­en Wür­fel kann man die schwar­zen Zah­len schlech­ter erken­nen. Die Wüs­ten­plätt­chen, Pyra­mi­den­plätt­chen und die Etap­pen – Wert­plätt­chen sind aus sehr sta­bi­ler, dicker Pap­pe. Das Geld ist in Münz- und Kar­ten­form vor­han­den und eben­falls von guter Qua­li­tät. Auch die Wett­kar­ten der Spie­ler sind schön gestal­tet.

Spielablauf:

Der Spiel­plan wird in die Mit­te des Tisches gelegt, die Wett- und Pyra­mi­den­plätt­chen kom­men auf die dafür vor­ge­se­he­nen Fel­der auf dem Spiel­plan. Die Wett­plätt­chen dafür vor­her nach Far­be sor­tiert und in abstei­gen­der Rei­hen­fol­ge 5 – 3 – 2 abge­legt. Jeder Spie­ler bekommt 3 Ägyp­ti­sche Pfund und ein Set Wett­kar­ten sowie das Wüs­ten­plätt­chen in sei­ner Far­be. Der Start­spie­ler wür­felt nun ein­mal mit allen 5 Wür­feln. Die Kame­le wer­den nun ent­spre­chend des Wür­fel­wurfs auf die Start­fel­der gestellt; sind meh­re­re Kame­le auf einem Feld wer­den sie gesta­pelt und zwar so, wie der Start­spie­ler es möch­te. Nun kom­men die Wür­fel noch in die Pyra­mi­de.

Die Kame­le lau­fen die Renn­stre­cke im Uhr­zei­ger­sinn ab. Sie bewe­gen sich dabei immer soweit, wie die Augen­zahl des farb­lich pas­sen­den Wür­fels anzeigt. Betritt ein Kamel dadurch ein Feld, auf dem schon ein ande­res Kamel steht, wird es oben­auf gesetzt. Das obers­te Kamel ist immer maß­geb­lich für die Bestim­mung sei­ner Posi­ti­on im Ren­nen. Muss ein Kamel wei­ter­be­wegt wer­den, auf dem noch ande­re Kame­le sit­zen, wer­den die­se immer mit­be­wegt. Kame­le, die sich unter dem zu bewe­gen­den Kamel befin­den, blei­ben ste­hen.

Camel Up
Camel Up

Die Spie­ler kön­nen in ihrem Zug immer aus fol­gen­den Aktio­nen wäh­len:

  • Der Spie­ler kann sich das obers­te Etap­pen – Wett­plätt­chen einer belie­bi­gen Far­be vom Sta­pel neh­men. Damit wet­tet er, das die­ses Kamel die Etap­pe gewinnt. Solan­ge noch Etap­pen – Wett­plätt­chen vor­han­den sind, dür­fen die­se auch in der Akti­on Plätt­chen genom­men wer­den, egal wie vie­le bereits vor dem Spie­ler lie­gen und wel­che Far­ben sie haben.
  • Der Spie­ler darf sein Wüs­ten­plätt­chen auf ein belie­bi­ges lee­res Feld der Renn­stre­cke legen, aber nicht neben ein Feld, auf dem sich schon ein Wüs­ten­plätt­chen befin­det. Soll­te das Wüs­ten­plätt­chen schon auf der Renn­stre­cke lie­gen, darf es mit die­ser Akti­on umge­legt wer­den. Dabei muss sich der Spie­ler ent­schei­den, ob es auf die Oasen- oder die Fata-Mor­ga­na-Sei­te gelegt wer­den soll, dadurch wird die Bewe­gung des Kamels beein­flusst. Been­det ein Kamel sei­ne Bewe­gung auf einem Wüs­ten­plätt­chen so erhält des­sen Besit­zer 1 Ägyp­ti­sches Pfund aus der Bank. Zeigt die Oasen – Sei­te nach oben, wird die Kamel – Ein­heit 1 Feld wei­ter vor­wärts gezo­gen. Zeigt es die Fata – Mor­ga­na – Sei­te wird die Kamel – Ein­heit 1 Feld rück­wärts gezo­gen. Das Wüs­ten­plätt­chen bleibt wei­ter­hin dort lie­gen, zumin­dest bis zur Etap­pen – Wer­tung.
  • Nimmt sich der Spie­ler ein Pyra­mi­den – Plätt­chen nimmt er sich die Pyra­mi­de, schüt­telt sie und befreit durch drü­cken des Schie­bers einen Wür­fel aus der Pyra­mi­de. Nun wird das ent­spre­chen­de Kamel soweit fort­be­wegt, wie die Augen­zahl anzeigt. Dabei trägt es alle Kame­le mit, die auf ihm sit­zen. Been­det das Kamel die Bewe­gung auf einem Feld, wo sich eine ande­re Kamel­ein­heit (also auch ein “Kamel­sta­pel”) befin­det, springt sie kom­plett auf die ande­re Ein­heit. Der Wür­fel wird nun auf dem Zelt sei­ner Far­be abge­legt. Dadurch weiß jeder, wel­che Wür­fel sich noch in der Pyra­mi­de befin­den.
  • Der Spie­ler kann auf das tol­le oder das olle Kamel wet­ten. Das tol­le Kamel ist das, wel­ches der Spie­ler glaubt, das es am Ende gewinnt. Das olle Kamel hin­ge­gen ist das, wel­ches der Spie­ler glaubt, das am Ende ganz hin­ten liegt. Dafür wird die ent­spre­chend far­bi­ge Wett­kar­te auf das tol­le oder olle Feld gelegt. Solan­ge der Spie­ler noch Wett­kar­ten hat, kann er wei­ter­hin auf die ollen und tol­len Kame­le wet­ten.
Camel Up
Camel Up

Sobald die Wür­fel­py­ra­mi­de leer ist kommt es zur Etta­pen­wer­tung. Den Etta­pen – Start­spie­ler­mar­ker erhält nun der Spie­ler links von dem Spie­ler, der als letz­tes gewür­felt hat. Nun wird das füh­ren­de Kamel bestimmt. Wenn ein Kamel­turm vor­ne steht, gilt immer das obers­te Kamel als füh­rend. Nun gewinnt bzw. ver­liert jeder Spie­ler Geld für die Etap­pen – Wett­plätt­chen und Pyra­mi­den­plätt­chen, die er vor sich lie­gen hat. Für jedes Etap­pen – Wett­plätt­chen, das der Far­be des füh­ren­den Kamels ent­spricht, erhält der Spie­ler den dar­auf abge­bil­de­ten Geld­be­trag, ent­we­der 5, 3 oder 2 Ägyp­ti­sche Pfund (ÄP). Für jedes sei­ner Etap­pen – Wett­plätt­chen, das der Far­be des zwei­ten Kamels ent­spricht, erhält er noch 1 ÄP. Für jedes des Pyra­mi­den­plätt­chen gibt es 1 ÄP. Nach­dem alle Spie­ler ihr Geld für die Etap­pe erhal­ten haben, wer­den die Pyra­mi­den- und Wett­plätt­chen wie­der an ihren Platz gelegt, die Wüs­ten­plätt­chen ent­fernt und die Wür­fel wie­der in die Pyra­mi­de zurück­ge­legt. Die neue Etap­pe beginnt.

Camel Up
Camel Up

Spielende:

Sobald das ers­te Kamel die Ziel­li­nie über­quert, endet das Spiel sofort. Es gibt nun noch eine abschlie­ßen­de Etap­pen­wer­tung und anschlie­ßend die Schluss­wer­tung.

In der Schluss­wer­tung wer­den noch die Wet­ten auf das olle und das tol­le Kamel abge­ar­bei­tet. Die unters­te Kar­te wur­de als ers­tes gelegt, die obers­te zuletzt. der Sta­pel wird ein­mal umge­dreht, so dass es nun einen offe­nen Sta­pel gibt und die unters­te Kar­te nun oben­auf liegt. Der Sta­pel wird nun von oben nach unten durch­ge­gan­gen und gewer­tet. Hier erhält man nur für rich­ti­ge Tipps Geld, je frü­her der Tipp abge­ge­ben wur­de, des­to bes­ser. Wer wie­viel Geld erhält ist auf der Tabel­le auf dem Spiel­plan ange­ge­ben, für jeden fal­schen Tipp muss 1 ÄP abge­ge­ben wer­den. Auf die­se Wei­se wird das olle und das tol­le Kamel gewer­tet. Alle Spie­ler zäh­len nun ihr Gold, der das meis­te Gold besitzt, gewinnt.

Camel Up - Blau gewinnt!
Camel Up – Blau gewinnt!

Fazit:

Camel Up ist ein herr­lich ver­rück­tes, tur­bu­len­tes und irr­sin­nig wit­zi­ges Spiel, was ab 4 Spie­lern sei­nen rich­ti­gen Reiz ent­fal­tet. Es ist alles sehr vom Zufall abhän­gig und die Spie­ler kön­nen nur wenig zum Renn­ver­lauf bei­tra­gen, außer ein wenig durch Spie­len der Wüs­ten­plätt­chen, dies ist aber auch nicht der Zweck des Spiels. Es ist ein Par­ty­spiel, ein Zwi­schen­durch – Spiel, ein Gute – Lau­ne – Mach – Spiel und natür­lich vor­wie­gend ein Glücks­spiel. Aber das weiß man vor­her und wenn man so an die Sache ran­geht, dann wird man rich­tig viel Spaß haben. Je mehr Spie­ler mit­ma­chen, des­to chao­ti­scher und aber auch spa­ßi­ger wird es.

Der Reiz resul­tiert fast aus­schließ­lich aus der Span­nung, da es immer wie­der zu Über­ra­schun­gen wäh­rend des Spie­les kommt. Mal muss das Kamel ein Schritt rück­wärts gehen, mal darf es noch ein Feld wei­ter und nimmt dann evtl. Hucke­pack noch ande­re Kame­le mit. Dadurch wer­den evtl. Pla­nun­gen und Stra­te­gi­en schnell über den Hau­fen gewor­fen.

Es rich­tet sich auch haupt­säch­lich an Fami­li­en- und Spaß­spie­ler, aber auch Viel­spie­ler die sich auf so etwas ein­las­sen, wer­den ihren Spaß haben, so wie wir ges­tern. Es ist zu recht das Spiel des Jah­res 2014 gewon­nen, man kommt sehr schnell rein. Der Unter­hal­tungs­wert ist extrem Hoch, da Freu­de- und Scha­den­freu­de eng bei­ein­an­der lie­gen. Ein ech­tes Wett- und Zocker­spiel mit hohem Glücks­fak­tor, aber das ist ja bei Poker nicht groß­ar­tig anders.

Auf­grund der kur­zen Spiel­dau­er bleibt immer Zeit für eine Revan­che. Es spielt sich ele­gant und sehr pfif­fig und ist auf kei­nen Fall tri­vi­al oder banal, aber halt auch kein Viel­spie­ler – Stra­te­gie­ham­mer. Man hat immer was zu Lachen und es ent­wi­ckeln sich rich­ti­ge Emo­tio­nen, wenn man mit sei­nem Kamel mit­fie­bert und es am liebs­ten zum Sieg schrei­en möch­te. Das per­fek­te Spiel für Party­a­ben­de mit gro­ßen Run­den wie z.B. an Sil­ves­ter.

Unsere Wertungen

Gesamt­wer­tung: 8.4 /​10.0
Stef­fi
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
7.5
Wun­der­bar chao­ti­sches und tur­bu­len­tes Wett- und Zocker­spiel, für jeden Spie­ler­typ geeig­net. Flot­tes, knuf­fi­ges Kamel­ren­nen mit vie­len Über­ra­schun­gen und tol­ler Wür­fel­py­ra­mi­de, wel­ches eher in die Kate­go­rie seich­tes Fami­li­en­spiel mit hohem Glücks­an­teil fällt. Ein wür­di­ges Spiel des Jah­res.
Mar­tin
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
8.0
Ein wit­zi­ges und kurz­wei­li­ges Spiel, bei dem man nie so genau weis, wer denn eigent­lich am Ende gewinnt – denn wer weis schon vor­her, wie Kame­le ren­nen?
Peter
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.0
Camel Up ist ein lus­ti­ges, ein­fa­ches Fami­li­en­spiel, was schnell erklärt und ver­stan­den ist. Für Viel­spie­ler auch ger­ne als Absa­cker gese­hen, da es nicht lan­ge dau­ert. Lang­wei­lig ist es nicht und es kommt immer anders, als man denkt. “Unbe­re­chen­bar” trifft es gut, da es immer anders kommt, als ver­mu­tet. Nicht umsonst das Spiel des Jah­res 2014!!
Con­stan­ce
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.0
Das ist ein lus­ti­ges , schnel­les, pfif­fi­ges Wett-Spiel mit Kame­len, was bestimmt jedem Spaß macht, der nicht so sehr ger­ne 4 – 5 Stun­den sitzt und spielt, so wie ich. Ein biss­chen Zocken kann und muss man dabei auch, da durch das Wür­feln alles unkal­ku­lier­bar wird.