Auf den Spuren von Marco Polo — Rezension

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Heu­te möch­te ich das Spiel “Auf den Spu­ren von Mar­co Polo” mal etwas genau­er unter die Lupe neh­men. Es hat 2015 den Deut­schen Spie­le­preis ver­lie­hen bekom­men und das heißt ja schon eini­ges. Vor allem gehört es dann meist zu den etwas anspruchs­vol­le­ren, kom­ple­xe­ren Spie­le, was wir in unse­re Grup­pe ja sehr schät­zen. Und so habe ich mich wahn­sin­nig gefreut, das Spiel 2015 noch vor der Nomi­nie­rung zum Deut­schen Spie­le­preis, zum Geburts­tag geschenkt bekom­men zu haben. Denn es war schon in aller Mun­de und wur­de sehr gehypt, sodass ich es mir wahr­schein­lich auch so noch geholt hät­te. Und wir müs­sen zuge­ben, das es eines der bes­ten Spie­le des let­zen Jah­res ist.

Spielprinzip/Idee

Im Jah­re 1271 mach­te sich der 17-jäh­ri­ge Mar­co Polo gemein­sam mit sei­nem Vater und gro­ßen Bru­der auf den Weg, um bis nach Chi­na zu rei­sen. Nach einer lan­gen und stra­pa­ziö­sen Rei­se, die durch Jeru­sa­lem, das Zwei­strom­land und über die Sei­den­stra­ße führ­te, erreich­ten sie im Jah­re 1275 den Hof des Kub­lai Khan…
(Umschlag­text)

Wir nun sol­len in die­sem Spiel mit vor­aus­schau­en­der Pla­nung und cle­ve­rer Tak­tik, eines der größ­ten Wag­nis­se der Mensch­heit nach­spie­len: Die Rei­se des jun­gen Mar­co Polo mit sei­nen Gefähr­ten, die über 20 Jah­re dau­ern soll­te und den Vene­zia­nern sagen­haf­ten Reich­tum und Ruhm brin­gen soll­te.

Auf den Spuren von Marco Polo

Wir müs­sen toben­de Wäs­ser bewäl­ti­gen, hohe Gebirgs­zü­ge erklim­men und trost­lo­se Wüs­ten durch­que­ren um auf den ver­schie­de­nen berühm­ten Han­dels­plät­zen der Sei­den­stra­ße unser Glück zu machen. Jeder Spie­ler muss für sich selbst pla­nen, wel­ches für ihn die bes­te Rou­te zum Hof des Khan ist. Neh­men wir den direk­ten Weg nach Peking oder schla­gen wir den teu­ren See­weg über Suma­tra ein, um unter­wegs noch loh­nen­de Geschäf­te zu machen?  Auf unse­rem Weg errich­ten wir Han­dels­pos­ten, besor­gen uns Waren und Kame­le und erfül­len Auf­trä­ge. Durch geschick­tes Pla­nen und Agie­ren erhal­ten wir Ver­güns­ti­gun­gen und Pri­vi­le­gi­en um am Ende der erfolg­reichs­te Gefolgs­mann des Mar­co Polo zu sein.

Infobox — Auf den Spuren von Marco Polo

Auf den Spuren von Marco Polo - Cover
2–4
ab 12
40–100

Autor Simo­ne Lucia­ni, Danie­le Tasci­ni
Gra­fi­ker Den­nis Lohau­sen
Ver­lag Hans im Glück Ver­lags-GmbH, Gio­chi Uniti
Jahr 2015
Aus­zeich­nun­gen Deut­scher Spie­le Preis 2015
The­ma Wür­fel, Wirt­schaft, Mit­tel­al­ter, Rei­sen
Mecha­ni­ken Kar­ten draf­ten, Wür­fel, Point to Point Move­ment, Sets sam­meln, Varia­ble Play­er Powers, Worker Pla­ce­ment

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Spielanleitung

Die Anlei­tung ist wun­der­bar geschrie­ben. Sie schafft es das sehr kom­ple­xe Regel­werk und den anfangs etwas auf­wän­dig wir­ken­den Spiel­auf­bau wun­der­bar struk­tu­riert wie­der­zu­ge­ben. Man wird prak­tisch mit Bei­spie­len und Erläu­te­run­gen durch das Spiel geführt. Es bleibt am Ende kei­ne Fra­ge offen, des­halb ist das Regel­werk wohl auch etwas län­ger aus­ge­fal­len. Gera­de des­we­gen rich­tet sich das Spiel wohl auch eher an Stra­te­gie- und Viel­spie­ler.  Die Regeln sind wie von “Hans im Glück” gewohnt voll­stän­dig, ein­wand­frei und über­sicht­lich und noch mit einem Bei­blatt ver­se­hen.
Auf den Spuren von Marco Polo

Spielmaterial

Wie von Hans im Glück gewohnt ist das Spiel­ma­te­ri­al wie­der wun­der­schön gestal­tet. Es ist reich­hal­tig, reiz­voll und hoch­wer­tig. Die ver­schie­de­nen Waren und Kame­le sind aus Holz gear­bei­tet. Lei­der las­sen sich die 1er und 3er Waren manch­mal nicht so gut unter­schei­den, da sie eine ähn­li­che Grö­ße haben. Da muß man manch­mal genau hin­schau­en. Die Kame­le an sich sehen schon herz­al­ler­liebst aus.

Die gra­phi­sche Gestal­tung des Spiel­plans und der Cha­rak­ter­kar­ten ist abso­lut top und lässt einen voll ins Spiel­ge­sche­hen ein­tau­chen. Die Kar­ten, Stadt­plätt­chen und Auf­trä­ge sind über­sicht­lich. Es passt alles super zusam­men.

Auf den Spuren von Marco PoloSpielablauf

Das reich­lich vor­han­de­ne Mate­ri­al wird sor­tiert und neben den Spiel­plan gelegt. Die Ziel­kar­ten wer­den gemischt und ver­deckt eben­falls neben den Spiel­plan gelegt. Von den Stadt­kar­ten wer­den zufäl­lig 9 aus­ge­wählt und offen auf die Stadt­kar­ten­fel­der gelegt, der Rest kommt aus dem Spiel. Die 6 Stadt­bo­nus­mar­ker kom­men nach ihren Buch­sta­ben auf die 6 klei­ne­ren Städ­te. Die Auf­trags­plätt­chen wer­den eben­falls gut gemischt und in 5 Sta­pel a 6 Plätt­chen neben das Spiel­feld gelegt.

Auf den Spuren von Marco Polo

Jeder Spie­ler erhält in sei­ner Wunsch­far­be ein Tableau, 9 Han­dels­pos­ten, die auf die vor­ge­ge­be­nen Fel­der auf dem Tableau kom­men. Zusätz­lich bekommt jeder Spie­ler einen blau­en Start­auf­trag.  Eine sei­ner Figu­ren kommt auf die Sieg­punkt­leis­te, der ande­re Figur auf das Start­feld “Vene­zia”. Die 5 Wür­fel in sei­ner Far­be kom­men oben auf sein Tableau und die Start­vor­rä­te in das Lager. Jeder Spie­ler erhält anfangs 2 Start­ka­me­le, der Start­spie­ler 7 Geld und jeder nach­fol­gen­de Spie­ler 1 Geld mehr. Außer­dem bekommt jeder noch 2 Ziel­kar­ten, die am Ende Sieg­punk­te brin­gen, wenn die Bedin­gun­gen erfüllt wer­den und eine Cha­rak­ter­kar­te.

Die Cha­rak­te­re haben im ein­zel­nen fol­gen­de Vor­tei­le:

  • Matteo Polo bekommt einen zusätz­li­chen Wür­fel und zu Beginn jeder Run­de einen Auf­trag.
  • Capri­ni kann beim Rei­sen mit sei­ner Figur von einer Oase zu einer belie­bi­gen ande­ren Oase sprin­gen und erhält am Anfang der Run­de Geld.
  • Mar­co Polo selbst spielt mit 2 Figu­ren, er kommt beim Rei­sen also bes­ser vor­an.
  • Sinan wür­felt am Anfang der Run­de nicht. Er kann statt­des­sen die Wür­fel­au­gen beim Set­zen der Wür­fel sel­ber bestim­men.
  • Rubruk kann sei­ne Han­dels­pos­ten im Vor­bei­zie­hen set­zen.
  • Mer­ca­tor bekommt Waren, wenn ein ande­rer Spie­ler zum Markt geht.
  • Ber­ke braucht kein Geld zu bezah­len, um ein besetz­tes Akti­ons­feld eben­falls zu benutz­ten.
  • Khan beginnt in Peking anstatt wie alle ande­ren in Vene­dig, er reist nach Wes­ten. Er setzt in Peking sofort einen Han­dels­pos­ten.

Auf den Spuren von Marco Polo

Der akti­ve Spie­ler führt mit sei­nen Wür­feln Aktio­nen aus. Dazu wür­felt jeder bei Zug­be­ginn ein­mal alle sei­ne 5 Wür­fel, ist die Wür­fel­sum­me aller sei­ner Wür­fel unter 15, bekommt er pro feh­len­den Punkt unter 15 einen Aus­gleich in Form von Kame­len oder Geld.

Auf den Spuren von Marco Polo

Um einen Zug aus­füh­ren zu kön­nen, muss der Spie­ler, min­des­tens einen sei­ner Wür­fel auf ein Akti­ons­feld setz­ten. Dabei ist es zunächst egal, ob die­ses noch frei oder schon besetzt ist. Vor oder nach der Wür­fel­ak­ti­on, kön­nen noch Zusatz­ak­tio­nen aus­ge­führt wer­den. Hat der akti­ve Spie­ler Wür­fel ein­ge­setzt oder gepasst, folgt bei “Auf den Spu­ren von Mar­co Polo” der nächs­te Spie­ler im Uhr­zei­ger­sinn. Dies geht so lan­ge, bis alle Spie­ler abwech­selnd ihre Wür­fel ein­ge­setzt haben oder pas­sen müs­sen.

Dem Spie­ler ste­hen fol­gen­de Aktio­nen zur Ver­fü­gung:

  • 5 Geld neh­men: Der Spie­ler setzt genau einen Wür­fel auf das Akti­ons­feld. Ist das Feld bereits besetzt, kann die Akti­on den­noch genutzt wer­den. Dafür setzt der Spie­ler sei­nen Wür­fel auf den bereits vor­han­de­nen und zahlt für jede Augen­zahl auf sei­nem Wür­fel 1 Geld, z.B. 3 gewür­felt, 3 Geld bezah­len, danach 5 Geld bekom­men.
  • Auf den Spuren von Marco PoloZum Markt gehen: Um die Auf­trä­ge erfül­len zu kön­nen, benö­tigt man Waren. Mit­tels bestimm­ter Stadt­kar­ten in den grö­ße­ren Städ­ten kön­nen Waren in Geld, in Kame­le oder in Punk­te gewan­delt wer­den. Auch in der Schluss­wer­tung kön­nen Waren noch Punk­te brin­gen. Der Spie­ler muss sovie­le Wür­fel ein­setz­ten, wie das Akti­ons­feld vor­gibt, dies kön­nen 1 — 3 sein. Die genaue Anzahl ist auf der Tabel­le des Akti­ons­fel­des ver­merkt. Die Wür­fel­au­gen sei­nes nied­rigs­ten Wür­fels bestim­men die maxi­ma­le Anzahl der Waren, die der Spie­ler bekommt. Die erhal­te­nen Waren kom­men dann ins Lager auf sei­nem Tableau. Soll­te die gewünsch­te Rei­he besetzt sein, wer­den die Wür­fel auf die schon vor­han­de­nen gelegt, und der Spie­ler zahlt für die Augen­zahl sei­nes nied­rigs­ten Wür­fels Geld in den Vor­rat. Auf dem Markt kann man auch schnell und rela­tiv güns­tig an Kame­le kom­men, die beim Rei­sen ein uner­läss­li­cher Beglei­ter sind.
  • Die Gunst des Khan: Hier wird nur genau 1 Wür­fel ein­ge­setzt und der Spie­ler bekommt 2 Kame­le und 1 Ware sei­ner Wahl aus dem Vor­rat. Liegt hier schon 1 Wür­fel, muss der Wert des fol­gen­den eine glei­che oder höhe­re Augen­zahl zei­gen, sonst darf die Akti­on nicht genutzt wer­den. Für die fol­gen­den Spie­ler gel­ten wie­der die glei­chen Regeln. Auf die­sem Feld ste­hen nur 4 Wür­fel­plät­ze zur Ver­fü­gung, danach darf die Akti­on nicht mehr genutzt wer­den.
  • Auf den Spuren von Marco PoloAuf­trä­ge neh­men: Der Spie­ler legt hier einen Wür­fel ab um 1 oder 2 Auf­trags­plätt­chen zu bekom­men, die dann auf sein Tableau auf die Abla­ge für akti­ve Auf­trä­ge kom­men. Wel­che Auf­trä­ge er neh­men kann, hängt wie­der von der Augen­zahl des ein­ge­setz­ten Wür­fels ab. Der Augen­zahl ent­spre­chend nimmt er den Auf­trag oder die Auf­trä­ge aus den ent­spre­chen­den Spal­ten oder dar­un­ter. Spal­te 5 und 6 brin­gen dem Spie­ler zusätz­lich Boni. Wer­den Auf­trä­ge ent­fernt, rücken die ande­ren nach.  Liegt hier bereits ein Wür­fel, wird der eige­ne Wür­fel wie­der auf den bereits lie­gen­den gelegt und der Augen­zahl ent­spre­chend Geld bezahlt.
  • Rei­sen: Hier legt der Spie­ler 2 Wür­fel ab um sich auf der Land­kar­te bewe­gen zu kön­nen. Gemäß der Akti­ons­leis­te, darf der Spie­ler sich ent­spre­chend der nied­rigs­ten Augen­zahl sei­ner Wür­fel bewe­gen. Aller­dings sind hier­für auch Rei­se­kos­ten zu zah­len, die eben­falls auf der Akti­ons­leis­te abge­le­sen wer­den kön­nen, die Kos­ten kön­nen immens sein. Man darf weni­ger weit rei­sen, als man könn­te, muss sich aber immer min­des­tens 1 Feld weit bewe­gen.  Nun darf die Spiel­fi­gur ent­spre­chend vie­le Fel­der auf der Land­kar­te bewegt wer­den. Zwi­schen den Orten sind meist wei­te­re Abga­ben zu leis­ten in Form von Geld und Kame­len. Eine Bewe­gung muss immer zu  Ende aus­ge­führt wer­den, man darf nicht zwi­schen 2 Orten ste­hen blei­ben. Erreicht der Spie­ler hier­bei eine der grö­ße­ren Städ­te muss er einen Han­dels­pos­ten absetz­ten. Ab der nächs­ten Run­de darf er nun auch mit sei­nen Wür­feln die hier aus­lie­gen­de Stadt­kar­te besetz­ten. der ers­te Spie­ler, der in einer gro­ßen Stadt einen Han­dels­pos­ten errich­tet erhält zusätz­lich den Kon­tor­bo­nus, das Plätt­chen kommt daanch aus dem Spiel. Erreicht der Spie­ler eine klei­ne­re Stadt, muss er auch hier einen Han­dels­pos­ten ein­rich­ten und erhält ab sofort jede Run­de den auf­ge­druck­ten Bonus. Bei einer Oase pas­siert nichts. Die Han­dels­pos­ten auf dem Spie­ler­t­a­bleau müs­sen immer von links und von oben nach unten weg­ge­nom­men wer­den. Wird der 8. Han­dels­pos­ten gesetzt erhält der Spie­ler sofort 5 SP, beim 9. sofort wei­te­re 10 SP. Es müs­sen immer nur Han­dels­pos­ten errich­tet wer­den, an Orten, an denen die Rei­se endet. Es darf aber jeweils nur jeder Spie­ler einen Han­dels­pos­ten in jeder gro­ßen oder klei­nen Stadt haben. Der Spie­ler der in der Run­de als letz­tes gereist ist, wird neu­er Start­spie­ler.
  • Jede gro­ße Stadt auf dem Spiel­plan besitzt eine Stadt­kar­te. Um die­se Funk­ti­on nut­zen zu kön­nen, muss der Spie­ler in der Stadt einen Han­dels­pos­ten errich­tet haben. Der Spie­ler muss zum Nut­zen der Kar­te dann genau 1 Wür­fel auf das Akti­ons­feld der Stadt­kar­te setz­ten. Jede Stadt­kar­te kann pro Run­de nur ein­mal von einem Spie­ler genutzt wer­den.

Auf den Spuren von Marco Polo

Fol­gen­de Zusatz­ak­tio­nen kön­nen noch aus­ge­führt wer­den:
  • Der Spie­ler kann Auf­trä­ge aus­füh­ren: Auf den Auf­tragspätt­chen steht auf der lin­ken Sei­te, was abge­ge­ben wer­den muss, um es zu erfül­len. Auf der rech­ten Sei­te steht, was man für das Erfül­len bekommt. Es kön­nen nur Auf­trä­ge erfüllt wer­den, die auf den Fel­dern der akti­ven Auf­trä­ge lie­gen. Alle Waren müs­sen auf ein­mal ver­füg­bar sein und abge­ge­ben wer­den. Danach wird der Auf­trag nun ver­deckt auf die Schub­la­de des Tableaus gelegt. Bei der Schluss­wer­tung bekommt der Spie­ler mit den meis­ten erfüll­ten Auf­trä­ge 7 SP.
  • 3 Geld neh­men: Hier kann ein belie­bi­ger Wür­fel auf das Geld­säck­chen gelegt wer­den, egal wie­viel Wür­fel hier schon lie­gen. Der Spie­ler bekommt ein­ma­lig 3 Geld.
  • 1 Wür­fel erneut wür­feln: Gegen Abga­be von 1 Kamel, kann der Spie­ler einen sei­ner Wür­fel neu wür­feln.
  • Wür­fel rauf oder run­ter dre­hen: Gegen Abga­be von 2 Kame­len darf der Spie­ler 1 sei­ner Wür­fel um eine Augen­zahl nach oben oder unten dre­hen. Aller­dings geht dies nicht von der 1 auf die 6 und umge­kehrt.
  • Schwar­zen Wür­fel kau­fen: Gegen Abga­be von 3 Kame­len kann sich der Spie­ler einen schwar­zen Wür­fel neh­men. Die­sen wür­felt er sofort und legt ihn auf sein Tableau. Am Ende der Run­de kom­men alle schwar­zen Wür­fel wie­der zurück auf ihren Platz.

Zusatz­ak­tio­nen kön­nen mehr­mals aus­ge­führt wer­den, nur die schwar­zen Wür­fel darf man nur 1x pro Zug kau­fen.

Auf den Spuren von Marco Polo

Haben alle Spie­ler ihre Wür­fel ein­ge­setzt endet die Run­de. Alle noch aus­lie­gen­den Auf­trä­ge wer­den ent­fernt und durch neue ersetzt. Schwar­ze Wür­fel kom­men zurück auf ihren Platz und die Spie­ler erhal­ten ihre Wür­fel eben­falls zurück.

Spielende:

Das Spiel endet nach 5 gespiel­ten Run­den und es kommt noch zu einer Schluss­wer­tung.

Auf den Ziel­kar­ten ste­hen 2 Sta­äd­te­na­men. Hat der Spie­ler am Ende des Spiels in bei­den Städ­ten Han­dels­pos­ten errich­tet, so erhält er die auf der Ziel­kar­te rechts ange­ge­be­nen Sieg­punk­te. Hat er nur einen Han­dels­pos­ten der Kar­te besetzt, erhält er kei­ne SP. Dies wird für bei­de Ziel­kar­ten ein­zeln über­prüft.

Anschlie­ßend wird die Tabel­le im unte­ren Bereich der Kar­ten wich­tig. Sie ist auf jeder der Ziel­kar­ten gleich. Da auf jeder der Ziel­kar­ten 2 Städ­te ange­ge­ben sind, die besetzt wer­den soll­ten, und jeder Spie­ler 2 Ziel­kar­ten hat, ist es mög­lich, bis zu 4 unter­schied­li­che Städ­te zu besetz­ten. Belohnt wird dabei jeder Han­dels­pos­ten, der sich in einer Stadt befin­det, die auf den Ziel­kar­ten ange­ge­ben ist. Für 1 benö­tig­te Stadt gibt es 1 Sieg­punkt, für 2 unter­schied­li­che Städ­te 3 SP usw. Die Städ­te müs­sen aller­dings unter­schied­lich sein, sind glei­che Städ­te auf bei­den Kar­ten, zählt die­se nur als 1 unter­schied­li­che Stadt.

  • Pro 10 Geld erhält der Spie­ler 1 SP.
  • Für jede erfüll­te Ziel­kar­te gibt es die ent­spre­chen­den SP.
  • Jeder Spie­ler, der einen Han­dels­pos­ten in Peking hat, bekommt die Punk­te für den Platz, auf dem sein Han­dels­pos­ten steht.
  • Eben­so bekom­men die Spie­ler, die in Peking einen Han­dels­pos­ten haben für je 2 belie­bi­ge Waren einen SP. Die ande­ren Spie­ler bekom­men dafür kei­ne Punk­te. Kame­le zäh­len dabei nicht als Waren.
  • Der Spie­ler mit den meis­ten erfüll­ten Auf­trä­gen bekommt 7 SP.

Der Spie­ler mit den meis­ten SP gewinnt.

Fazit:

Auf den Spu­ren von Mar­co Polo ist für mich ein abso­lut gran­dio­ser Viel­spie­ler — Lecker­bis­sen mit Lang­zeit­mo­ti­va­ti­on. Es bie­tet vie­le stra­te­gi­sche Optio­nen und vie­le Punk­te, an die man den­ken soll­te. Pla­ne ich mei­ne Rei­se anhand der Ziel­kar­ten? Kann ich dabei zusätz­lich noch die lukra­ti­ven Stadt­kar­ten mit Han­dels­pos­ten besetz­ten und die Boni abgrei­fen. Nicht sel­ten muss man sei­ne Rei­se­rou­te ver­än­dern, da einem die nöti­gen Rei­se­ab­ga­ben feh­len und man zuviel Zeit ver­lie­ren wür­de, wenn man dar­auf spart. Denn es gibt lei­der nur 5 Run­den. Viel zu kurz, um alles opti­mal zu nut­zen und zu sei­ner volls­ten Zufrie­den­heit erle­digt zu haben. Oder spe­zia­li­sie­re ich mich eher dar­auf, Auf­trä­ge zu erfül­len, um Sieg­punk­te und Beloh­nun­gen zu bekom­men, oder kann ich das am bes­ten kom­bi­nie­ren?  Stän­dig fehlt es an allen Ecken und Enden. Nicht genug Kame­le zum Rei­sen, oder Res­sour­cen für den Auf­trag, kein Geld um die Rei­se zu bezah­len. Der Kopf raucht und man ertappt sich nicht sel­ten am lau­ten Flu­chen.  Kau­fe ich mir noch zusätz­li­che Wür­fel, um alle Aktio­nen aus­füh­ren zu kön­nen, oder bezah­le ich Kame­le um mei­ne Wür­fel­er­geb­nis­se zu beein­flus­sen?  Auch soll­te man die Aktio­nen sei­ner Mit­spie­ler im Auge haben, denn durch das hin­zu­set­zen von Wür­feln kann eine Akti­on ganz schön teu­er wer­den. Da wäre es doch toll, die­se als Ers­ter nut­zen zu kön­nen und die ande­ren in die Tasche grei­fen las­sen zu müs­sen.  Auch die ver­schie­de­nen Son­der­fä­hig­kei­ten der Cha­rak­te­re brin­gen Abwechs­lung und ver­schie­de­ne Her­ans­ge­hens­wei­sen ins Spiel.

Auf den Spuren von Marco Polo

Anfangs fan­den wir die Cha­rak­te­re mit ihren Stär­ken zu unaus­ge­gli­chen, nun nach vie­len Par­ti­en fin­den wir das sie sich in etwa aus­glei­chen. Man muss ler­nen, mit den Stär­ken der Cha­rak­te­re zu arbei­ten und sie zu sei­nem Vor­teil zu nut­zen. Die ver­schie­de­nen Stadt — Akti­ons­kar­ten, las­sen das Spiel auch jedes mal anders sein. Das gan­ze Spiel wirkt gut durch­dacht und trotz ver­schie­de­ner Her­an­ge­hens­wei­se gut aus­ta­riert. Das Glücks­ele­ment spielt für mich nicht so eine gro­ße Rol­le. Man hat genug Mög­lich­kei­ten, sei es durch Zukauf von Extra­wür­feln oder Ver­än­dern des Wür­fel­er­geb­nis­ses, die­ses zu beein­flus­sen.

Den Spie­lern wird eini­ges bei “Auf den Spu­ren von Mar­co Polo” abver­langt, stän­dig sol­len sie Ent­schei­dun­gen tref­fen oder müs­sen ihre Pla­nung opti­mie­ren. Es ist mal wie­der ein rich­tig gelun­ge­nes Opti­mie­rungs­spiel aus dem Hau­se Hans im Glück, das für mich auf einer Stu­fe mit Rus­si­an Rail­roads steht und völ­lig zurecht den Deut­schen Spie­le­preis 2015 bekom­men hat. Bes­ser geht es nicht. Es ist super anspre­chend illus­triert und man fühlt sich rich­tig als wäre man auf der Rei­se zuge­gen.

Für Viel­spie­ler für mich ein so ziem­lich per­fek­tes Spiel, das trotz sei­ner Kom­ple­xi­tät nicht über­la­den wirkt. Es bie­tet unge­mein viel Spiel­raum, wodurch die Lang­zeit­mo­ti­va­ti­on gege­ben ist. Es ist eine gelun­ge­ne Kom­bi­na­ti­on aus Rei­se­spiel und Worker — Pla­ce­ment. Es macht unge­mein Spaß, die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten des Spiels aus­zu­pro­bie­ren und zu tes­ten, wie sich die ver­schie­de­nen Cha­rak­te­re spie­len. Es hat mich total begeis­tert.

Unsere Wertungen

Gesamt­wer­tung: 9.3 / 10.0
Mar­tin
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.5
Sehr stim­mig und atmo­sphä­ri­schesh tol­les Spiel, das mit jeder Rei­se anders ist. Nur zu emp­feh­len.
Stef­fi
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.5
Super dich­tes und atmo­sphä­ri­sches Spiel mit vie­len tak­ti­schen Mög­lich­kei­ten. Eine gelun­ge­ne Kom­bi­na­ti­on aus Worker … äh Wür­fel­pla­ce­ment 😉 und Rei­se­spiel, das süch­tig macht. Hat zurecht den Deut­schen Spie­le­preis 2015 erhal­ten. Ein klas­si­sches Opti­mie­rungs­spiel.
Peter
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.0
Der Wür­fel-Ein­satz-Mecha­nis­mus bei die­sem Spiel ist eine gelun­ge­ne Idee. Man kann dem Wür­fel­glück durch ein­set­zen von Kame­len , etwas nach­hel­fen und wei­te­re Ein­sät­ze gestal­ten. Dadurch das die gewon­ne­nen Wür­fel schwarz sind, ist es mög­lich, eini­ge Aktio­nen dop­pelt zu bele­gen. Der Grad zwi­schen Glück und Tak­tik ist sehr schmal und macht es sehr span­nend. Eine Spiel was meist für meh­re­re Par­ti­en auf dem Tisch lie­gen bleibt.