Robinson Crusoe: Abenteuer auf der verfluchten Insel – Rezension

Heute geht es um ein echtes Expertenspiel. Es handelt sich um ein kooperatives Spiel an dem 1 – 4 Spieler teilnehmen können. Wir stranden auf einer Insel und müssen gefährliche, nervenaufreibende Abenteuer in Form von verschiedenen Szenarien bestehen. Dabei erleiden wir Hunger, stürzen uns in Kämpfe mit wilden Tieren, werden demoralisiert und riskieren bei Erkundungen und nach Ressourcen suchend unser Leben. Und wäre das nicht schon genug, kommt uns auch noch das Wetter in die Quere. Sturm, Regen, Schnee erschweren es uns noch mehr auf dieser wüsten, unnachgiebigen Insel am Leben zu bleiben.

Spielidee/Prinzip:

Robinson Crusoe: Inselteile
Robinson Crusoe: Inselteile

Wie schon gesagt, wir sind auf einer Insel gestrandet und von nun an geht es nur noch um das nackte Überleben. Es gilt neues Terrain zu entdecken, Ressourcen zu sammeln und den besten Platz zum Errichten eines Camps zu finden. Hat man diesen gefunden gilt es einen Unterschlupf zu bauen um uns gegen Regen, Wind und Kälte zu schützen, einen Zaun darum zu errichten um wilde Tiere abzuhalten. Dann muss man sich auf die Suche nach Nahrung und vor alllem auch Holz zu begeben um damit verschiedene Gegenstände bauen zu können, die für das Überleben auf der verdammten Insel nötig sind, dies geht vom einfachen Topf bis hin zu Waffen zum Erlegen der Tiere um an Nahrung zu kommen. Schaffen wir es erneut mit dem Leben davon zu kommen?

Infobox - Robinson Crusoe: Abenteuer auf der verfluchten Insel

Robinson Crusoe: Abenteuer auf der verfluchten Insel - Cover
1-4
ab 14
90-180

Autoren Ignacy Trzewiczek
Grafiker Tomasz Bentkowski, Mateusz Bielski, Vincent Dutrait, Jerzy Ferdyn, Mateusz Kopacz
Verlag Pegasus Spiele, Portal Games
Jahr 2012
Thema Abenteuer, Entdecken, Kämpfen, Literatur
Mechaniken Action / Movement Programming, Kooperatives Spiel, Würfel, Modulares Spielbrett, Gleichzeitig

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Spielanleitung:

Die Anleitung ist ein Wälzer allererster Güte. Die Regeln sind im Großen und Ganzen gut verständlich, man braucht aber einige Zeit um sie zu verinnerlichen. Mit der Zeit allerdings sollten hier keine Probleme mehr auftreten. Um Robinson Crusoe zu erlernen, muss man sich aber richtig darauf einlassen – das braucht viel Geduld und vor allem Motivation. Mit einmal ist das nicht getan, ist es aber auf jeden Fall Wert. Die Anleitung ist aber sehr gut strukturiert. Zusätzlich gibt es zu jedem Szenario noch eine Extraerklärung die sich mit den Besonderheiten des Abenteuers befassen. Denn jedes Szenario will nicht nur überlebt sondern die Aufgabe muss auch noch in einer bestimmten Anzahl von Runden erfüllt sein.

Spielmaterial:

Robinson Crusoe: Spielaufbau
Robinson Crusoe: Spielaufbau

Das Material ist unglaublich stimmig und wunderschön gestaltet. Der Inselplan ist aus dicker, fester Pappe und führt einen durch die verschiedenen Phasen einer Runde. Man erhält Material ohne Ende, zum Glück werden zahlreiche Plastiktütchen mitgeliefert. Die Spielsteine für die Spieler, die verschiedenen Rohstoffe und Marker sind aus Holz oder fester Pappe. Die Texte auf den Karten sind super stimmungsvoll, man fühlt sich jedes Mal als wäre man wirklich dort und kann sich das alles auch super vorstellen. Insgesamt ist das Layout wunderschön, die Bilder sind eindeutig und leicht zu erkennen sie erklären mit den Symbolen den Zweck hervorragend.

Spielablauf:

Robinson Crusoe: Charakter
Robinson Crusoe: Charakter

Jeder Mitspieler wählt sich zu Beginn einen Charakter (Zimmermann, Koch, Forscher und Soldat). Jeder dieser Charaktere hat besondere Fähigkeiten, die er mit Abgabe von verdienten Willenspunkten einsetzten kann. Zusätzlich besitzt jeder Charakter einen bestimmten Gegenstand, der Vorteile bringt. Der Soldat kann den Speer bauen, was die Waffenstärke um 3 erhöht, der Koch kann die Feuerstelle bauen und überzählige Nahrung in Lebenspunkte umwandeln um damit zu heilen, der Forscher kann die Abkürzung bauen, um damit auch auf benachbarten Inselfeldern Nahrung und/oder Holz in der Produktionsphase zu erhalten, und der Zimmermann kann eine Falle bauen. Ein Szenario besteht aus mehreren Runden, die vorgegeben sind. Nach Ablauf dieser Runden muss die Aufgabe des Szenarios geschafft sein sonst ist das Spiel verloren. Die Runden laufen immer in 6 Phasen ab.

Phase 1: Ereigniskarte ziehen

Es wird eine Ereigniskarte gezogen dessen Effekt, der auf der oberen Hälfte der Karte steht, sofort ausgeführt wird. Diese Effekte sind meist unheilvoll. Der zweite Effekt der auf der unteren Hälfte der Karte steht, kann noch meist innerhalb von 2 Runden verhindert werden, indem man die Vorraussetzungen die dort gefordert werden, erfüllt.

Phase 2: Die Moralphase:

Dann wird die Gruppenmoral überprüft. Dies ist ein variabler Wert. Bei guter Moral bekommen wir Bonuschips, bei schlechter müssen wir welche abgeben.

Phase 3: Ertragsphase

Wir erhalten die Ressourcen des Hexfeldes auf der Insel auf der wir zur Zeit unser Lager aufgeschlagen haben. Die gesamte Insel ist in Hexfelder unterteilt. Am Anfang landen wir am Strand. Wenn wir auf Erkundung gehen, können wir neue Landschaften erforschen. Auf jedem Feld bekommen wir Nahrung und /oder Holz.

Phase 4: Die Aktionsphase

Sie ist das Herzstück des Spiels. Jetzt kann jeder Spieler mit seinen Spielsteinen verschiedene Aktionen ausführen wie z.B. neue Inselteile erforschen, verschiedene Gegenstände bauen oder auf Ressourcen sammeln gehen. Und leider sind es nur zwei Aktionssteine, zwar kann man durch bestimmte gebaute Gegenstände noch Arbeiter hinzugewinnnen, was sehr hilfreich ist, doch fehlt die Arbeitskraft an allen Ecken und Enden.

Es gibt viele Baustellen die beackert werden sollten oder könnten. Da wäre z.B. die Ereigniskarte, deren zweiten Effekt man meist auf jeden Fall verhindern sollte, da er meist noch schlimmer ist, als der, der am Anfang der Runde vorgelesen wurde. Also gilt es dort einen oder manchmal sogar auch gleich zwei Arbeiter hinzusenden, die meist sogar noch eine Ressource benötigen um das drohende Unheil erfolgreich abzuwenden.

Robinson Crusoe: Gegenstände
Robinson Crusoe: Gegenstände

Dann wartet eine üppige Anzahl an nützlichen Gegenständen darauf gebaut zu werden. Und auch ein Unterschlupf bzw. Lager, ein Dach, eine Palisade oder gar eine Waffe. All das sollte berücksichtigt werden, wenn man dem Wetter nicht schutzlos ausgeliefert sein will oder gegen in der Nacht angreifende Tiere geschützt zu sein. Dies kann man entweder mit einem oder zwei Aktionssteinen tun. Schicken wir beide Arbeiter los, ist die “Aktion” sicher und kann umgesetzt werden, war also erfolgreich. Doch hat man meistens so viel zu tun, das einem alle Aktionssteine heilig sind. Also versucht man es mit einem Arbei alleine. Das ist dann aber “Unsicher” und man muss würfeln und dadurch ermitteln ob man es überhaupt schafft, dabei vielleicht Schaden erleidet oder nicht und eventuell muss man sogar noch eine Karte ziehen, die wieder irgendwelche unheilvollen Ereignisse mit sich bringt.

Phase 5: Wetterphase

In dieser Phase müssen wir je nach Szenario und Runde eventuell noch das Wetter würfeln. Dies kann sehr unangenehm sein. Regen und Schnee drohen unserem Camp, und wenn wir jetzt kein Dach über dem Kopf haben, werden wir nicht ohne Schaden davonkommen.

Phase 6: Die Nachtphase

Wenn der Alptraum des Tages an uns vorüber gegangen ist und wir es doch tatsächlich irgendwie geschafft haben zu überleben, gehen wir schlafen. Nicht aber ohne uns vorher ernährt zu haben. Wenn nicht genug Nahrung vorhanden ist, erleiden die Charaktere, die kein Essen bekommen haben Schaden. Auch können wir mit dem Lager noch in ein benachbartes Inselfeld umziehen.

Spielende:

Das Spiel ist gewonnen, wenn wir die Aufgabe des Szenarios erfüllt haben und alle noch am Leben sind. Denn sobald ein Charakter stirbt, ist das Spiel vorbei.

Fazit:

Was soll ich dazu sagen: “Wow”. Dieses Spiel ist wirklich der Hammer. Nie hat mich ein Spiel derart gefesselt wie Robinson Crusoe. Man fühlt sich wirklich wie einer der Charaktere auf der einsamen Insel. Das Spiel ist atmosphärisch so dicht und so stimmig, das man es immer wieder spielen will. Man ist mittendrin, der Mitspieler tut einem richtig leid, wenn er etwas zum x-ten Mal nicht schafft, oder Wunden erleidet. Man meint einfach wirklich ein Abenteuer zu erleben, ob man es letztendlich schafft oder nicht. Robinson Crusoe ist definitiv ein Schwergewicht unter den kooperativen Spielen. Die Mechanismen sind sehr clever miteinander verzahnt, so daß man immer am planen ist, das einem am Ende nicht doch noch das letzte Holz oder die letzteNahrung fehlt. An dauernd ist man zwischen den verschiedenen Entscheidungen hin- und hergerissen. Baue ich jetzt den Gegenstand sicher und habe damit meine Aktionen schon verbraucht, oder riskiere ich den Fehlschlag bzw. Schaden und eine Ereigniskarte um den zweiten Stein noch zur Verfügung zu haben. Soll ich jetzt sofort bauen, um in der nächsten Runde mit dem gerade gebauten Gegenstand zu bauen und verzichte dadurch aber auf Nahrung und nehme gewissentlich Schaden in Kauf. Es drohen außerdem permanent unvorhergesehene Ereignisse, die alle Planung über den Haufen werden, man kann sie aber kaum verhindern. Gerade ist das dringend benötigte letzte Holz besorgt um das Signalfeuer zu entzünden, da kommt eine Karte die einem wieder Holz wegnimmt. Bei diesem Spiel ist es immens wichtig, das die Spieler über die weitere Vorgehensweise zusammen diskutieren und sich gemeinsam einen Plan machen, denn es bringt hier gar nichts, wenn jemand vorprescht und meint alles alleine machen zu müssen. Diese Herangehensweise ist zum Scheitern verurteilt, nicht umsonst ist es ein kooperatives Spiel.

Wie auf einer einsamen Insel, weiß man halt nie was als nächstes kommt, deshalb ist es auch mehr als schwer zu meistern. Wer sich auf ein komplexes Regelwerk einlassen kann, in die Materie eintauchen kann, der wird ein super stimmiges und atmosphärisches Spiel bekommen. Wer sich nicht darauf einlassen kann, ein Szenario zum x- ten Mal zu probieren, weil die Ereignisse zu 98% negativ sind und alles wieder zu nichte gemacht wurde, der wird sich nur schwer damit anfreunden können. Bei uns ist es zur Zeit eines unserer absoluten Lieblingsspiele und wir haben es auch schon geschafft die mitgelieferten Szenarien durchzuspielen. Auch das auf der Pegasus Seite zusätzlich erhältliche 7. Szenario zum runterladen haben wir schon gemeistert. Nun sind wir dabei die erste Erweiterung “Die Fahrt er Beagle” zu starten und sind schon ganz gespannt was uns da erwartet.
Pegasus, das Spiel ist wirklich der Hammer, bitte mehr Szenarien!

Unsere Wertungen

Gesamtwertung: 9.2 / 10.0
Peter
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
9.0
Eines der schönsten kooperativen Brettspiele die ich bisher ausprobiert habe.Man taucht sofort ein . Das Hungergefühl überkommt einem und man leidet gar mit:"warum klappt das nicht, verdammt" höre ich immer noch das rufen aus dem Dickicht .Bei diesem Spiel hilft nur ein, nicht aufgeben die Gruppe muss zusammen alles geben.Ein muss für alle Vielspieler...
Alexander
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
8.5
Mir gefällt an dem Spiel, dass man nicht gegeneinander spielt, sondern als Gruppe gegen die Zeit. Die Zeit ist eine wahnsinnige Herausforderung. Bei unserem letzten Spiel war es genau eine Runde, die über Wohl und Wehe des Abends entschied ... und letztlich ein Würfelwurf. Letztlich ein Spiel, bei dem man mit seinen Ressourcen sehr sehr sehr genau planen und haushalten muss.
Martin
kann weg lieber was anderes ungenügend mangelhaft nicht schön ist okay gut gemacht gerne wieder jederzeit wieder uneingeschränkte Empfehlung
10.0
Ich liebe atmosphärisch Dichte und stimmige Spiele, in die man sehr gut eintauchen kann. Das, gepaart mit einem tollen und herausfordernden Spielmechanismus macht dieses Spiel zu einem Spitzenspiel, das mir sehr viel Spaß macht. Bitte noch mehr Missionen, das wäre schade, wenn schon Schluss wäre!

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