Moytura – Keltische Mythen als 2‑Spieler Area Control
Die Designer von Undaunted und War Chest haben ein neues 2‑Spieler-Strategiespiel entwickelt: Moytura kombiniert klassisches Area Control mit einem ungewöhnlichen Semi-Coöperative-Element und taucht tief in die keltische Mythologie ein. Die Kickstarter-Kampagne im Oktober 2025 war erfolgreich, die Produktion läuft bereits – laut Bitewing Games könnte die Auslieferung schon im Mai 2026 beginnen, offiziell bleibt Juli 2026 als Termin stehen.
Die Macher von Undaunted
Designer: David Thompson & Trevor Benjamin
Publisher: Bitewing Games
Artwork: A. Giroux, Harry Conway
David Thompson und Trevor Benjamin haben mit der Undaunted-Reihe bewiesen, dass sie taktische 2‑Spieler-Systeme beherrschen. Mit Moytura wagen sie sich an ein neues Thema: Die mythologische Schlacht um das antike Irland. Herausgeber ist Bitewing Games – ein kleiner US-Publisher aus Arizona, gegründet von zwei Zahnärzten. Der Name ist dabei kein Zufall: Ein “Bitewing” ist eine Zahnröntgenaufnahme, die eine neue Perspektive auf Verborgenes ermöglicht. Genau das wollen sie nach eigener Aussage auch mit ihren Spielen.
Keltische Mythologie als Setting
Moytura versetzt Spieler in die Rolle von Anführern der Tuatha Dé Danann – einer übernatürlichen Rasse aus der irischen Mythologie. Zwei rivalisierende Fraktionen innerhalb der Tuatha Dé Danann kämpfen um die Kontrolle über die Insel, während gleichzeitig eine äußere Bedrohung lauert.
Die Fomorian Giants – verfluchte Riesen aus der keltischen Sagenwelt – agieren als KI-gesteuerter dritter Spieler. Beide Spieler müssen diese Bedrohung gemeinsam in Schach halten, während sie gleichzeitig gegeneinander um Territorien kämpfen.
Dieses Semi-Coöperative-Element unterscheidet Moytura von klassischen Area-Control-Spielen: Wer die Fomorians ignoriert, riskiert dass sie außer Kontrolle geraten und beiden Spielern schaden. Die Balance zwischen Expansion und gemeinsamer Verteidigung ist der taktische Kern des Spiels.

So läuft eine Partie Moytura
Eine Partie geht über 10 Runden – nach den ersten fünf wird gewertet, dann folgen fünf weitere Runden und die Endwertung. Ziel: In möglichst vielen Regionen Irlands die Mehrheit (oder zumindest die zweite Mehrheit) an eigenen Gefolgsleuten haben.
Götter aktivieren: Pro Zug wählt man eine von fünf Gottheiten, die jeweils eine andere Art der Ausbreitung ermöglichen – Bóand erlaubt Bewegung über Wasser, Morrigan vernichtet gegnerische Einheiten, Ériu lässt Regionen überspringen. Die unteren zwei Götter in der Reihe sind gratis, die oberen kosten Worship Tokens. Nach dem Aktivieren wandert der gewählte Gott nach oben – und wird damit teurer für beide Spieler.

Ausbreiten und kämpfen: Man platziert Gefolgsleute in angrenzende Regionen. Trifft man auf Fomorians, wird gekämpft – schlicht 1:1, ohne Würfel, ohne Zufall. Wer genug Tokens in einen Gott investiert hat, kann ihn upgraden und bekommt dauerhaft Bonus-Gefolgsleute beim Aktivieren.
Die Fomorians schlagen zurück: Am Ende jeder Runde wird eine Feindkarte aufgedeckt. Die größte Gruppe dieser Fraktion breitet sich aus und greift dabei Gefolgsleute an, die im Weg stehen. Wer die Fomorians zu lange ignoriert, wird überrannt – und bei der Wertung zählen die Fomorians als eigenständige Fraktion mit. Beide Spieler können also gegen die KI verlieren.
Varianz: Die drei Feind-Fraktionen im Grundspiel haben jeweils eine Rückseite mit einem alternativen Feindtyp – insgesamt sechs verschiedene Gegner in unterschiedlichen Kombinationen. Die Erweiterung Mag Mell fügt eine weitere Gottheit und drei zusätzliche Feind-Fraktionen hinzu.
Community-Rezeption und Reviews
Moytura hat bereits vor dem Release Reviews auf Basis von Prototypen erhalten. Die Meinungen fallen dabei durchaus differenziert aus:
Space-Biff! (Dan Thurot) zeigte sich begeistert und sieht Moytura als einen der stärksten Titel der “Mythos Collection” von Bitewing Games. Meeple Mountain vergab 3,5 von 5 Sternen – positiv wurde das innovative Konzept hervorgehoben, kritisiert wurde allerdings, dass die direkte Interaktion zwischen den Spielern etwas zu kurz komme.
Auf BoardGameGeek steht Moytura aktuell bei einem Rating von 8,4 – allerdings basierend auf sehr wenigen Bewertungen von Reviewer-Exemplaren. Dieser Wert wird sich nach dem Release erfahrungsgemäß noch deutlich einpendeln.
Die Kickstarter-Kampagne
Kampagne: Oktober 2025 (erfolgreich finanziert)
Auslieferung: Voraussichtlich Mai – Juli 2026
Moytura wurde gemeinsam mit Azure (einem zweiten mythologischen 2‑Spieler-Spiel von Bitewing Games) auf Kickstarter finanziert.
Nach der Kickstarter-Auslieferung soll Moytura über AllPlay auch im regulären Handel erhältlich sein für vermutlich rund 40€.
Erweiterung: Mag Mell
Parallel zum Grundspiel wurde die Erweiterung Moytura: Mag Mell über die Kickstarter-Kampagne mitfinanziert. Sie enthält:
- 3 neue Karten/Setup-Varianten
- 1 neue Gottheit
- 3 neue feindliche Clans
Der MSRP für die Erweiterung liegt bei ca. 25€
Spieldetails
Spieleranzahl: 2 Spieler
Spielzeit: ca. 45 Minuten
Komplexität: Kennerspiel
Mechaniken: Area Control, Semi-Coöperative, Dutch Auction, Events
Thema: Keltische Mythologie, Irland
Release: Voraussichtlich Mai – Juli 2026
Deutsche Lokalisierung
Eine deutsche Ausgabe ist bislang nicht angekündigt. Das Spiel erscheint zunächst auf Englisch über Bitewing Games. Da Moytura primär über Aktionen funktioniert und der Text auf Karten überschaubar ist, dürfte die Sprachbarriere gering ausfallen – aber wer eine deutsche Lokalisierung bevorzugt, muss vorerst abwarten.
Für wen ist Moytura interessant?
Moytura richtet sich an Fans von:
- Taktischen 2‑Spieler-Spielen – Wer Undaunted, War Chest oder Memoir ’44 schätzt, findet hier ein neues System derselben Designer
- Area Control mit Twist – Das Semi-Coöperative-Element bietet eine frische Perspektive auf das Genre
- Keltischer Mythologie – Wer sich für irische Sagen interessiert, bekommt ein thematisch dichtes Erlebnis
- Mittelschweren Strategiespielen – 45 Minuten Spielzeit, taktische Tiefe ohne Überkomplexität
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Mich persönlich reizt vor allem das Setting. Ich war schon einige Male in Irland, und wer dort einmal unterwegs war, merkt schnell: Die keltische Mythologie ist dort keine verstaubte Folklore, sondern tief verwurzelt – Feenringe, heilige Hügel, Geschichten über die Tuatha Dé Danann, die einem Locals beim Wandern erzählen. Dass jemand dieses Feeling in ein Brettspiel packt, macht mich neugierig.
Ob Moytura die Erwartungen spielerisch erfüllen kann, wird sich nach dem Release zeigen. Die Meeple-Mountain-Kritik, dass die direkte Spielerinteraktion etwas untergeht, ist jedenfalls ein Punkt, den man im Auge behalten sollte.
☘ Sláinte – und mögen die Tuatha Dé Danann euch wohlgesonnen sein. ☘
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